STAND
MODERATOR/IN

Denis Scheck trifft sich mit seinen Gästen in Köln: Comiczeichner Ralf König entwirft mit "Vervirte Zeiten" ein Corona-Tagebuch, dessen Protagonisten mit den alltäglichen Herausforderungen der Krise konfrontiert werden. Mit dem Schriftsteller Navid Kermani setzt er sich kritisch mit den philosophischen und mystischen Betrachtungen Simone Weils in "Schwerkraft und Gnade" sowie ihren Aufzeichnungen „Cahiers“ auseinander. Und: Denis Scheck hat ein weiteres Buch gelesen, das er in seinen persönlichen Anti-Kanon aufnimmt.

Das Corona-Tagebuch des Comic-Illustrators Ralf König

Ralf König, der sich mit witzigen, aber auch tiefsinnigen und bewegenden Geschichten gegen Vorurteile gegenüber Homosexuellen engagiert, kommentiert in seinem neuen Buch „Vervirte Zeiten“ mithilfe seiner beliebten Figuren die Coronakrise.

„Ein Buch für alle!“

Das Buch versammelt Kurzcomics zur Krise, die Ralf König seit März 2020 auf verschiedenen Social-Media-Kanälen täglich veröffentlicht: Das Männerpaar Konrad und Paul erlebt die typischen Szenarien und Herausforderungen des Lockdowns. Aber trotz des Virus geht das Leben weiter und Paul verliebt sich in den Filialleiter des örtlichen Supermarkts. Wie nähert man sich aber mit Abstandsregeln und Mund-Nasen-Schutz an?

Auf die Frage, wie die Reaktionen auf die Postings vorab waren, meint Ralf König:
„Das wurde kommentiert wie doof, meistens sehr positiv. Die Kommentare haben mich durchaus inspiriert weiterzumachen. …Ich hätte nicht gedacht, dass der Werbeeffekt … so gravierend ist.“

Ralf König wurde 1960 in Soest geboren und studierte freie Graphik an der Kunstakademie in Düsseldorf. Mit seinem Comic „Der bewegte Mann“ gelang ihm 1987 der Durchbruch. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler zählt zu den weltweit populärsten Autoren explizit schwuler Geschichten, in denen er sich mit Humor ernsten Themen wie der Prävention von AIDS oder Radikalismus nähert. Nun widmet er einen Comic den alltäglichen Herausforderungen der aktuellen Pandemie.

Kritikergespräch mit Navid Kermani über Simone Weil

Der Schriftsteller Navid Kermani ist einer der führenden Intellektuellen Deutschlands, der sich in ethischen und politischen Fragen nicht nur selbst einmischt, sondern der auch von Politikern nach seiner Meinung gefragt wird. Er gilt als Brückenbauer zwischen den unterschiedlichen Religionen und Kulturen in Deutschland. 2015 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

„Schwerkraft und Gnade“ ist eine Sammlung philosophischer und mystischer Betrachtungen der 1943 verstorbenen Philosophin Simone Weil. Es war die erste Buchpublikation mit ihren Schriften überhaupt und erschien in Frankreich 1947. Über die Neuauflage von Charlotte Bohn spricht Denis Scheck mit dem Schriftsteller Navid Kermani.


Navid Kermani hat auch die „Cahiers“ von Simone Weil im letzten Sommer gelesen:

„Ich bin darin völlig versunken. Es war eine der größten Leseerfahrungen der letzten Jahre!“

Die politisch engagierte französische Philosophin Simone Weil überreichte kurz vor ihrem Tod 1943 ihre Notizbücher („Cahiers“) und Briefe an Gustave Thibon, der daraus den Band „Schwerkraft und Gnade“ zusammenstellte. Die darin erhaltenen Aphorismen und die philosophischen und mystischen Betrachtungen wurden zu einer der einflussreichsten Quellen der späteren französischen Philosophie. Charlotte Bohns Neuauflage macht dieses wichtige Werk wieder zugänglich.

Schecks Anti-Kanon: Sebastian Fitzek - Passagier 23

Denis Scheck hat sich vorgenommen, die in seinen Augen schlechtesten Bücher der Weltgeschichte zu lesen und einen persönlichen Anti-Kanon aufzustellen. Weshalb Sebastian Fitzeks Thriller „Passagier 23“ unbedingt in diesen Kanon gehört, erläutert er in dieser Sendung.

STAND
MODERATOR/IN