lesenswert mit Denis Scheck

Michael Sommer und Dirk Schümer

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Im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel trifft sich Denis Scheck mit dem Historiker Michael Sommer, der in seinem Buch "Dark Rome" einen spannenden Blick in die Abgründe der Antike wirft. - Dirk Schümers "Die schwarze Rose" liest sich wie die Fortsetzung von Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose", der vor vierzig Jahren erschien. Zum Gespräch treffen sich die beiden im Münster in Schwarzach.

Ein Roman wie ein Film noir

Dirk Schümer beginnt seinen historischen Roman „Die schwarze Rose“ dort, wo Umberto Ecos „Der Name der Rose“ aufhört:

Der dominikanische Prediger Eckhart von Hochheim muss sich im Jahr 1328 der Inquisition stellen und macht sich gemeinsam mit dem Novizen Wittekind auf den Weg nach Avignon. Dort werden sie Zeugen eines blutigen Raubüberfalls und ahnen schon bald, dass sie in einen Finanzbetrug von europäischem Ausmaß hineingezogen wurden.

Nach und nach offenbart sich ein Kampf im Inneren der Kirche um Geld und Macht. Schließlich kommt der geheimnisvolle Franziskaner William von Baskerville ins Spiel, der den Tätern ebenfalls auf der Spur ist. 

Ein echtes Vergnügen!

Zum Autor:
Dirk Schümer hat mittelalterliche Geschichte studiert, aber bekannt wurde er als Europa-Korrespondent der FAZ: gebildet, geschliffen und nie um eine eigene Meinung verlegen.   

Michael Sommer: "Dark Rome"

Was Sie schon immer über Rom wissen wollten, aber nie zu fragen wagten – sex and drugs, schwarze Magie, Spione, Verschwörungen, Korruption, organisiertes Verbrechen, der Oldenburger Althistoriker Michael Sommer schaut in „Dark Rome“ auf die dunkle Seite der römischen Republik und des Kaiserreichs.

Ein Buch, das Licht in die Finsternis bringt.

War Mark Aurel tatsächlich drogensüchtig? Und hat Archimedes wirklich eine Superwaffe konstruiert? Diesen und vielen weiteren Rätseln geht der Historiker Michael Sommer in spannenden, wilden und zugleich faktenreichen Erzählungen auf den Grund.

Bereits im antiken Rom hatten Sicherheitsspezialisten und Undercover-Agenten ihr Leben auf Spiel gesetzt und waren in Staatsaffären, brutale Machtkämpfe und perfide Mordanschläge verstrickt. In „Dark Rome“ werfen Leserinnen und Leser einen Blick in die Abgründe der römischen Antike, die ihnen gleichermaßen fremd wie befremdlich vertraut erscheinen. Denis Scheck hat sich mit dem Professor für Alte Geschichte in Berlin getroffen – natürlich im Alten Museum.

Zum Autor:
Michael Sommer wurde 1970 in Bremen geboren und ist seit 2012 Professor für Alte Geschichte an der Universität Oldenburg. Er befasst sich u. a. mit der Wirtschafts-, Sozial-, Mentalitäts- und Institutionengeschichte des römischen Kaiserreichs. Zuvor studierte er in Basel, Bremen und Perugia und lehrte in Freiburg, Oxford und Liverpool. Zuletzt erschien von ihm eine spannende Monographie des Kampfes zwischen Karthago und Rom um die Herrschaft im Mittelmeer.

Gespräch Dirk Schümer knüpft mit „Die schwarze Rose“ an Umberto Ecos „Der Name der Rose“ an

Dirk Schümer sieht seinen Roman "Die schwarze Rose" nicht als „direkte Fortsetzung“ des Weltbestsellers "Der Name der Rose" von Umberto Eco. Der Autor, Journalist und Italien-Kenner gibt im Gespräch mit SWR2 aber zu: „Mich hat das Buch damals sehr geprägt.“ 40 Jahre nach Erscheinen habe er Umberto Ecos Roman wieder gelesen und festgestellt, dass er offen endet. „Die Urgeschichte, die revolutionären Bettelmönche gegen den schwerreichen Papst und die Inquisition, bleibt offen.“
In seinem Werk konzentriere er sich auf das Phänomen Staat, der in der Zeit, in denen Ecos Mönch-Detektiv William von Baskerville lebt, erfunden wurde. Deshalb sei sein Buch „mehr eine Geschichte über den Staat und seine Gewaltherrschaft.“
Wie Eco bekenne er sich zum Stilmittel der Ironie, erklärt Schümer. Die zentrale Figur des Plots, ein westfälischer Dominikaner-Novize namens Wittekind, der am Papst-Hof in Avignon lebt, sei ein Skeptiker. „Den hab' ich womöglich aus der Neuzeit reingesetzt“, bekennt Schümer. Besonderen Wert lege er in seiner Geschichte auf das Sinnliche des Mittelalters, denn damals hätten die Menschen nicht so sozial kontrolliert gelebt wie wir. Modern sei in seinem Buch den überwölbenden Streit zwischen Individuum und Staat um Autorität: „Wie gehe ich mit dem Machtanspruch von Staat und Ideologie um – das habe ich unterhaltsam zu themasieren versucht“, so Schümer.
Dirk Schümer wurde 1962 in Soest/Westfalen geboren. Er hat Germanistik, Philosophie und mittelalterliche Geschichte studiert und schrieb bis 2014 als Korrespondent für Europa und Italien für das Feuilleton der FAZ ehe er in gleicher Funktion zur WELT-Gruppe wechselte. Schümer ist zudem berufenes Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Forum Klosterkrimi und Weltliteratur – 40 Jahre „Der Name der Rose"

Gregor Papsch diskutiert mit
Dr. Maike Albath, Literaturkritikerin und Autorin
Dr. Ralf Lützelschwab, Historiker und Romanist
Dirk Schümer, Journalist „Die Welt" und Schriftsteller  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Büchersendung lesenswert mit Denis Scheck

In der Büchersendung „lesenswert“ im SWR Fernsehen stellt Denis Scheck Autoren und ihre Bücher im Gespräch vor.  mehr...

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