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Die „Ikone des deutschen Feminismus“, Alice Schwarzer, hat ihr „Lebenswerk“ geschrieben und spricht mit Denis Scheck über die großen Themen ihres Lebens, über ihre Arbeit seit über fünf Jahrzehnten: Kampf für die Rechte der Frauen, Aktion gegen den Abtreibungsparagraph 218, Gründung der feministischen und politischen Zeitschrift „Emma“, Frauenemanzipation damals und heute und vieles mehr.

Sie ist eine lebende Legende: Die Verlegerin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat dieses Jahr ihr „Lebenswerk“ herausgebracht. Anders als im 2011 veröffentlichten Buch „Lebenslauf“, in dem sie die Anfänge ihrer Biographie als Kind und Jugendliche und ihre Karriere als Journalistin schilderte, blickt sie in ihrem neuen Buch auf die großen Fragen ihres Lebens.

Sie erzählt Denis Scheck von ihren Kämpfen für die Rechte der Frau, als Pionierin der deutschen Frauenbewegung in den 1970er Jahren, ihre Aktion „Frauen gegen den §218, die Gründung der ersten feministischen Zeitschrift „EMMA“ bis zu den Debatten um #MeToo, von ihrer Arbeit aus 50 Jahren politischer Meinungsbildung, die viele Menschen geprägt hat. Und von ihrem Blick in die Zukunft.

„Für mich bedeutet Feminismus, die Welt in dem Bewusstsein sehen, dass sie, ob man will oder nicht, für Frauen eine andere ist als für Männer.“

Alice Schwarzer in der Sendung „lesenswert“

Die Autorin:

Alice Schwarzer wurde 1942 in Wuppertal geboren. Sie war die Tochter einer ledigen Mutter und wuchs mit den Großeltern auf. Ihnen hat sie beide Teile ihrer Autobiografie gewidmet: ihrem Großvater verdanke sie ihr Leben, erzählt sie in "lesenswert", da er sie aus dem Kinderheim bei Pforzheim geholt habe, in das sie nach der Bombardierung der Stadt evakuiert wurde. Als die Großeltern eine Bleibe auf einem fränkischen Bauernhof gefunden hatten, holte der Großvater das Kind. Das Kinderheim wurde kurz darauf bei einem Bombenangriff zerstört.

Alice Schwarzer studierte in Paris Psychologie und Soziologie, kehrte 1966 nach Deutschland zurück und schlug eine journalistische Laufbahn ein. 1969 ging sie wieder nach Paris, wurde freie Korrespondentin für Print, TV und Funk. Sie interviewte Jean Paul Sartre und machte ein TV-Porträt über Simone de Beauvoir. Sie engagierte sich in der Pariser Frauenbewegung und sie initiierte 1971 den Artikel „Ich habe abgetrieben“, der eine breite Kampagne gegen das Abtreibungsverbot des § 218 StGB auslöste. 1971 erschien ihr erstes Buch „Frauen gegen den § 218“. 1974 arbeitete sie in der Panorama-Redaktion des WDR und hatte einen Lehrauftrag an der Uni Münster.

Schlagartig bekannt wurde Alice Schwarzer durch die legendäre TV-Diskussion mit Esther Vilar, einer antifeministischen Autorin (Buch: „Der dressierte Mann“). Schwarzer wurde zum Kopf der deutschen Emanzipationsbewegung. Sie gründete einen Verlag und gab die einzige politische Frauenzeitschrift heraus, die bis heute existiert: 1977 erschien die erste EMMA.

Alice Schwarzer war streitlustig und streitbar und scheute kein Thema. 2007 rechnete Sie mit dem Buch „Die Antwort“ mit der jüngeren Frauen-Generation ab, die sie für ihre eigene Überforderung mitverantwortlich machte.

Alice Schwarzer erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise: u.v.a. wurde sie 1997 „Frau des Jahres“, erhielt 2003 den Preis für Zivilcourage des Berliner Christopher Street Days, ist seit 2004 Ritter der französischen Ehrenlegion und hat das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2005).

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