Bannerbild Westerwald (Foto: SWR, SWR - SWR)

Eine Zufalls-Reportage Zeig mir...den Westerwald!

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Einen Tag haben wir Zeit, um uns einen Ort in Rheinland-Pfalz genauer anzusehen. Wer lebt da? Und was passiert dort? Wir wollen uns überraschen lassen.

Reporterin Judith Brosel erkundet den Westerwald. (Foto: SWR, SWR - SWR)
Reporterin Judith Brosel erkundet den Westerwald. SWR - SWR

Welche Geschichten haben die Menschen hier für uns? Um das herauszufinden, hat sich unsere Reporterin Judith Brosel nach Hachenburg aufgemacht. Wir starten unsere Suche am Marktplatz.

Die Kälte hält die Leute fern

Der Himmel ist blau und die Sonne scheint - eigentlich das perfekte Wetter, um durch das schöne Städtchen zu spazieren. Noch ist es nämlich ziemlich ruhig in Hachenburg. Paketboten beliefern die kleinen Geschäfte am Marktplatz, eine Gruppe von Leuten läuft einem Stadtführer hinterher. Wir fragen eine Frau, die uns entgegen kommt - aber sie hat leider keinen Tipp für uns. Am besten versuchen wir unser Glück erstmal woanders.

Durch die Straßen von Hachenburg

Wir laufen durch die schmalen Gassen der Altstadt, auf der Suche nach Leuten, die uns etwas zeigen können. Zufällig entdecken wir einen auffällig gekleideten älteren Mann. Es stellt sich heraus, dass wir den italienischen Künstler Giovanni Vetere getroffen haben - und auch er ist auf der Suche!

Auf der Suche nach Erinnerungen Wir treffen den Künstler Giovanni Vetere

Der Künstler Giovanni Vetere hat vor 50 Jahren in der Region gelebt (Foto: SWR, SWR - SWR)
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Giovanni zeigt uns seine selbstgemachten Ringe. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Die Materialien für seine Ringe stammen aus Italien. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen
Giovanni ist Maler und Bildhauer. Diesen Bildband hat er zu seinem 60. Geburtstag herausgebracht. SWR - SWR Bild in Detailansicht öffnen

Zugegeben, wir haben nicht so viel Ahnung von Kunst, aber Giovanni ist auf jeden Fall eine Gestalt, der man nicht jeden Tag begegnet. Schauen wir uns seinen Lieblingsplatz, den Markt, noch einmal genauer an:

Dann laufen wir weiter durch die Stadt, vorbei an Geschäften, einem Parkhaus, dem Friedhof.

Weiter geht es mit dem Auto. Nicht weit von Hachenburg soll ein Hof sein, in dem sich Konrad Adenauer einst vor der Gestapo versteckt hat. Da fahren wir doch mal hin!

Ein Hof mit Geschichte

An der Nistermühle treffen wir Anna Victor, die hier mit ihrer Familie lebt. Sie zeigt uns die Gedenkplakette an ihrem Wohnhaus:

Anna führt uns über einen Teil des Westerwaldsteigs zur Abtei Marienstatt. Hier verabschieden wir uns und erkunden das Zisterzienser-Kloster. Wir sind neugierig: Ist das Kloster und vor allem der Kräutergarten wirklich so schön, wie Anna ihn beschrieben hat? Leider ist der Barockgarten geschlossen. Trotzdem ist es schön, durch die ruhige Klosteranlage zu schlendern.

Der Westerwaldsteig führt uns zur Abtei Marienstatt (Foto: SWR, SWR - SWR)
Etappe 9 des Westerwaldsteigs führt uns zur Abtei Marienstatt. SWR - SWR

Die Suche führt ins Kloster

Aus dem Augenwinkel sehen wir, wie einer der Mönche angefahren kommt und sein Auto in einer Garage parkt. Schnell hin! Der wird uns sicherlich etwas zeigen können. Pater Ignatius bietet an, uns mit ins Treppenhaus zu nehmen. Moment mal, ein Treppenhaus?! Der Mönch erklärt uns, was es damit auf sich hat.

Wir verabschieden uns von Pater Ignatius und sehen uns in Ruhe noch etwas um.

Es ist inzwischen später Nachmittag und die Sonne wird bald untergehen. Aber wir haben noch nicht genug - es zieht uns raus in die Natur! Über Instagram haben wir Daniel Friese gefunden, der als @klient_friese Naturaufnahmen vom Westerwald macht. Am liebsten ist er dafür an der Westerwälder Seenplatte. Uns interessieren vor allem seine aufregenden Funkenbilder. Wie macht er das?

Westerwälder Seenplatte + Stahlwolle = coole Fotos!

Wir treffen uns mit Daniel und seinem Patenkind Paul an einer Brücke am Dreifelder Weiher. Das erste was uns auffällt, ist die wunderschöne Aussicht:

Daniel möchte uns zeigen, wie man mit Stahlwolle "Lightpainting" für ganz besondere Fotos macht. Dafür müssen wir warten, bis die Sonne ganz untergegangen ist. Wie schafft er es, mit einem brennenden Schneebesen kunstvolle Muster auf die Fotos zu bringen? Und schafft er das, ohne die Brücke abzufackeln? Wir sind gespannt...

Damit wir Daniel dabei filmen können, muss unser Kameramann ganz schön leiden. Er kam Daniel während des Funkenflugs zu nahe - in seiner Jacke ist jetzt ein Loch. Wir lernen: Beim "Lightpainting" sollte man genug Abstand halten. Trotz des kleinen Zwischenfalls kann sich das Ergebnis sehen lassen. Inzwischen ist es auch stockdunkel geworden. Müde marschieren wir zurück zum Auto. Wir haben auf jeden Fall einiges aus dem Westerwald mitgenommen und freuen uns schon auf unsere nächste Tour.

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