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Frühstück gibt es nicht länger vom Teller, nur noch aus der Schale, der Bowl - etwa die Smoothie-Bowl. Selbstverständlich soll kein Fertigmüsli in die Schüssel, sondern etwas ganz Besonderes.

Frühstücks Bowl mit Früchten und Samen (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Lecker: Smoothie-Bowl mit Obst in Stücken, Getreideflocken und Milch - hieß das bisher nicht Müsli...? Thinkstock -

Tipps von Sabine Schütze, SWR Umwelt und Ernährung

Was rein muss in die Schüssel mit dem neuen Frühstückstrend

Grundlage für die Smoothie-Bowl - wie beim Flüssig-Smoothie auch - ist Obst, gerne auch eine halbe Avocado. Nur eben nicht fein püriert, sondern in Stücke geschnippelt, damit unsere Zähne etwas zu tun haben. Dazu kommt noch Milch oder Joghurt und Getreideflocken - damit das Frühstück lange satt macht. Um aber so richtig trendy zu sein, muss noch irgendein Superfood dazu: Etwa das Pulver der Acai-Beere oder Aronia oder etwas ähnliches.

Chiasamen in einer Glasschüssel, daneben ein Holzlöffel mit Chiasamen drauf. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Chia-Samen stammen aus Mexiko. Hiesiger Leinsamen enthält fast die gleichen Inhaltsstoffe. Foto: Colourbox.de -

Und fast noch wichtiger: Ein schickes Topping, also irgendwas Nettes oben drüber streuseln. Das geht auch wieder Richtung Superfood: Amaranthpops zum Beispiel oder einfach nur Leinsamen. Fertig ist die absolut angesagte trendige Frühstücksbowl.

Mit Sicherheit ein toller Start in den Tag. Für mich allerdings auch nichts weiter als ein ganz normales Müsli, wie ich es seit Jahrzehnten frühstücke. Auch ohne dass ich die Leinsamen als Superfood bezeichne. Hauptsache ist aber, dass dieser Trend die Frühstücker vom Zucker-Fertigmüsli wegholt. Dann nenne ich ein Müsli gerne auch Smoothie-Bowl.

Was man zu den Superfood-Beeren und -Samen wissen muss

Acai Beeren liegen in Bastkörben auf dem Boden (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Acaibeeren liegen voll im Trend - Heidelbeeren stehen ihnen in nichts nach Thinkstock -

Bei den Acaibeeren werden besonders die vielen Anthocyane hervorgehoben. Diese Antioxidantien geben den Beeren ihre dunkelblaue Farbe. Sie wirken zellschützend und immunstärkend. Nur leider nimmt unser Körper sowieso nur einen Bruchteil dieser Anthocyane auf - egal, wie viel wir ihm davon bieten. Einheimische Heidelbeeren sehen den Acaibeeren übrigens nicht nur sehr ähnlich, sie strotzen auch genauso vor tollen Inhaltsstoffen - so wie grundsätzlich alle Beeren.

Auch die orangefarbenen Gojibeeren stecken voller Vitamine und Mineralstoffe. Menschen, die blutverdünnende Mittel einnehmen, sollten um Gojibeeren aber besser einen Bogen machen, weil sie die Blutgerinnung zusätzlich hemmen.

Frische Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren stehen in einer Schüssel auf einem Tisch (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Auch heimische Beeren strotzen vor Vitalstoffen und sind ökologischer, weil aus der Region Thinkstock -

Chiasamen enthalten reichlich Kalzium, viele Ballaststoffe und vor allem einen außergewöhnlich hohen Anteil an Omega-Drei-Fettsäuren. An diese tollen Inhaltsstoffe kommen wir aber nur, wenn die winzigen Samen vor dem Essen aufgebrochen werden. Sonst flutschen sie ungenutzt durch unseren Körper. Das ist auch der Grund, warum Leinsamen geschrotet werden müssen. Die haben übrigens ziemlich exakt die gleichen tollen Nährstoffe wie Chiasamen und müssen nicht erst um den halben Globus geschippert werden.

Also: Beeren und Samen sind grundsätzlich ideal zum Frühstück und jeden Tag eine Empfehlung. Dafür müssen sie aber weder exotisch noch extra Superfood sein.

Online: Heidi Keller

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