Weniger Insekten - weniger Nahrungsmittel Wegweisendes Urteil für Bienen

Das Gericht der Europäischen Union hat die EU-Einschränkungen bei der Anwendung bienengefährdender Pflanzenschutzmittel bestätigt. Umweltschützer hoffen jetzt auf vollständige Verbote.

Eine Einschätzung von Alice Thiel-Sonnen, SWR Umwelt und Ernährung

Das Urteil des Europäischen Gerichts gibt schon auch Wichtiges mit, wie man in Zukunft mit Pestiziden umgehen kann. Die Richter machen deutlich: Eine Zulassung für ein Pflanzenschutzmittel ist nichts für die Ewigkeit. Die muss immer wieder überprüft werden. Und wenn sich eine wissenschaftliche Ungewissheit zeigt, dürfen die Behörden handeln, dann müssen sie handeln - aus Vorsorge.

Das haben die Richter in Luxemburg klar gemacht. Da muss man nicht warten, bis der tatsächliche Schaden vorliegt - also die Biene tot umfällt, bildlich gesprochen. Da muss das Risiko nicht erst bis zum letzten i-Tüpfelchen wissenschaftlich nachgewiesen sein. Da darf es auch vorher schon vorsorgend Einschränkungen in der Anwendung oder Verbote geben.

Hoffnung auf weitere Einschränkungen

Apfelblüten-Baume werden von einer Frau fotografiert (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ohne Bienen kein Obst und Gemüse - und dann auch kein Blütenmeer. picture-alliance / dpa -

Das Urteil ist damit auch wegweisend, was die aktuellen Pläne der EU-Kommission angeht. Die Mitgliedsländer hatten sich ja bei den drei Stoffen aus der Gruppe der Neonikotinoide inzwischen für ein komplettes Freilandverbot ausgesprochen - ein viel weitreichenderer Schritt als die Einschränkungen in der Anwendung, die man damals beschlossen hatte.

Wenn das Gericht jetzt sagt, dieser "kleine" Eingriff von damals war ok, war berechtigt - dann hat das komplette Freilandverbot für diese Stoffe auch gute Chancen ohne große rechtliche Hürden umgesetzt zu werden.

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