Vogel des Jahres 2019: Die Feldlerche Unscheinbares Outfit aber lautstarker Sänger

Mit ihrem auffälligen Gesang hat es die Feldlerche in die Weltliteratur geschafft. Im Morgengrauen beendet sie die Liebesnacht von Romeo und Julia.

Feldlerche beim Abflug oder Anflug (Foto: NABU(Peter Lindel)  -)
Schon bei Shakespeare spielt die (Feld-)Lerche eine entscheidende Rolle. NABU(Peter Lindel) -

Die Feldlerche ist zwar ein häufiger Vogel in Deutschland, aber ihre Bestände gehen drastisch zurück. Deshalb gilt sie auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz als gefährdet. Ein Drittel der Feldlerchen ist in den vergangenen 25 Jahren verschwunden. Der Naturschutzbund (NABU) meint, die immer intensivere Landwirtschaft sei Schuld daran. Es fehlten Brachen, Sommergetreide und Wiesen, wo die Lerchen auch im späten Frühjahr noch brüten könnten. Wegen des Insektensterbens fänden sie auch immer weniger Nahrung.

Romeo zu Julia: "Die Lerche war's, die Tagverkünderin!"

Eine Feldlerche sitzt auf einem Stein (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Der Feldlerche fehlen Insekten. Thinkstock -

Die Naturschützer fordern ein radikales Umsteuern in der EU-Agrarpolitik. Die Gelder aus Brüssel sollten künftig gezielt in eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden. Kurzfristig könnten die Bauern auf ihren Feldern Lücken zum Brüten lassen – sogenannte "Lerchenfenster". Mit ihrem beigefarbenen bis rötlich-braunen Gefieder ist die Feldlerche am Boden kaum zu sehen. Auffällig ist dafür ihr Gesang in Höhen von 50 bis 200 Metern.


Stefanie Peyk, SWR-Umweltredaktion | Online: Petra Thiele

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