Teilen statt Besitzen Neue Geschäftsmodelle mit Sharing Economy

Bei der Sharing Economy werden Dinge mit anderen geteilt und somit von mehreren Menschen genutzt. Das kann Geld und Ressourcen sparen.

Biete Wohnung in Berlin, suche Wohnung in Paris. Oder: Wer kann mir Spanisch beibringen, dafür komme ich zum Blumengießen. So laufen Tauschgeschäfte heute oft. Denn die uralte Wirtschaftsform "teilen und tauschen" ist dank Internet wieder belebt und die zahlreichen Formen davon lassen sich mit dem Begriff "Sharing Economy" zusammenfassen.

Nicht nur die Wohnung wird mit Anderen geteilt

Wörtlich übersetzt heißt das einfach Ökonomie des Teilens - und darum geht es auch. Teilen und tauschen - statt eine Sache alleine zu besitzen. Dahinter steht auch die Idee, ein knappes Gut möglichst sinnvoll zu nutzen. Etwa beim Car-Sharing, bei dem die Nutzer keine eigenen Autos mehr haben, sondern sich gemeinsam welche teilen. Oder beim Couch-Surfing, bei dem Menschen einfach bei anderen übernachten können, für wenig oder gar kein Geld.

Teilen mit Gewinn, aber ohne soziale Absicherung

Aus der Sharing Economy lassen sich auch neue Geschäftsmodelle entwickeln. Die können durchaus gewinnorientiert sein. Zum Beispiel beim Fahrdienst-Vermittler Uber, der in manchen Ländern den Taxis Konkurrenz macht. Oder auch bei der Zimmer- und Wohnungsplattform Airbnb.

Eine Schattenseite dieser Sharing Economy kann allerdings darin bestehen, dass mühsam errungene Rechte für arbeitende Menschen hinten runter fallen: Arbeitslosenversicherung, Rentenansprüche, krank werden und trotzdem weiter Geld bekommen - viele Arbeitnehmer genießen solche Rechte - doch bei der Sharing Economy ist dafür oft kein Platz.

Mehr als nur eine Dienstleistung

Viele Menschen haben trotzdem das Gefühl, dass die heutige Sharing Economy ihr Leben bereichern kann. Internet-Plattformen, zum Beispiel für Nachbarschaftshilfe, bieten mehr als nur die Chance, eine Dienstleistung zu bekommen wie "Bohrmaschine ausleihen" oder "aufs Haustier aufpassen". Sie ermöglichen oft eine Begegnung frei von wirtschaftlichen Interessen.

Von Alfred Schmit, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Andreas Reinhardt

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