Fernsehen 4.0 Die Zukunft des TV ist vernetzt

Das Farbfernsehen hat vor 50 Jahren das TV-Erlebnis revolutioniert. In Zukunft wird der Zuschauer in immer realere virtuelle Welten entführt werden.

Wie groß der Fernseher ist, spielt für viele Zuschauer eine untergeordnete Rolle. Die Bildqualität ist entscheidend. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Wie groß der Fernseher ist, spielt für viele Zuschauer eine untergeordnete Rolle. Die Bildqualität ist entscheidend. picture-alliance / dpa -

Das TV-Leben nach Schwarz-Weiß- und Farbfernsehen ist digital, virtuell, vernetzt. Die Bildqualität erreicht Ausmaße, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war.

Fragen an Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales

Wie könnte das Fernsehen der Zukunft aussehen?

Smart home ist das Stichwort der Zukunft. Vernetztes Fernsehen und Internetsurfen am TV. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Smart home ist das Stichwort der Zukunft. Vernetztes Fernsehen und Internetsurfen am TV. picture-alliance / dpa -

Eine so große Revolution wie damals mit dem Farbfernsehen wird es wohl nicht mehr geben. Ich denke aber, dass Fernsehen und Internet immer mehr verschmelzen und das TV-Gerät zur Multimediazentrale im Wohnzimmer wird. Smart Home heißt das Stichwort, also das intelligente Zuhause. Da wird vor dem Fernseher im Internet gesurft, es wird gearbeitet und quasi nebenbei werden Filme und Serien angeschaut.

Dann wird selbstverständlich die Technik voranschreiten, neue Bildtechnologien wie zum Beispiel Ultra HD werden häufiger in deutschen Wohnzimmern vertreten sein. Eine Studie des Branchenverbands GFU hat gezeigt, dass die Größe des Fernsehers keine große Rolle mehr bei den Verbrauchern spielt, sondern die Bildschirmauflösung. Je schärfer, desto besser.

Es sind zunehmend 3D-Fernseher auf dem Markt oder Geräte mit Virtual Reality-Brillen. Wird sich das durchsetzen?

Die 3D-Technik ist von fast allen Herstellern schon wieder beerdigt worden, da glaube ich auch nicht an ein Comeback in den nächsten Jahren. 3D funktioniert im Kino sehr gut, da ist die Nachfrage entsprechend groß, da ziehen wir uns gerne eine 3D-Brille auf. Bei den Heimfernsehern hält sich das Interesse daran in Grenzen. Es gab immer mal wieder Versuche, zum Beispiel wurden auch Fußballspiele in 3D übertragen, aber für den Verbraucher war das nicht wirklich interessant, der wollte lieber eine gute Bildqualität statt 3D.

Die VR-Brillen werden sicher in den nächsten Jahren häufiger verkauft werden. Die Preise dafür sinken ja auch und mit der virtuellen Realität lässt sich viel anstellen: Mit dieser Rundumsicht-Brille lassen sich eigene Welten darstellen, da können wir quasi in einen Film eintauchen und uns umschauen. Man ist mitten drin im Geschehen. Die Filmindustrie will auch immer mehr Filme und Serien für VR-Brillen entwickeln.

Und wie sieht es mit dem Fernsehverhalten aus? Werden wir auch künftig um 20 Uhr die Tagesschau anschauen oder sonntagabends den Tatort?

Es wird vermutlich auch im Jahr 2030 noch genügend Menschen geben, die abends die wichtigsten Nachrichten anschauen wollen und für die der Sonntag immer noch das Krimi-Highlight der Woche ist. Es zeigt sich aber auch, dass vor allem die jüngere Generation immer mehr selbst bestimmen möchte.

Junge Menschen wollen sich nicht an einen festen Termin binden, sie wollen ihr eigener Programmchef sein und selbst bestimmen, wann sie was gucken wollen. Das zeigt sich auch beim Video-Streaming, das wird immer beliebter, denn damit kann jeder selbst entscheiden, wann er einen Film, eine Serie oder eine Dokumentation anschauen will. Das wird in der Zukunft noch zunehmen.

Online: Stefan Heinz, Jutta Kaiser

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