Die Geschichte des süßen Stoffes Zuckerherstellung steigt um das 400-Fache

Die Organisation Foodwatch warnt: Wir essen zu viel Zucker - durchschnittlich 35 Kilo im Jahr! Aber wie ist Zucker überhaupt zu so einem großen Bestandteil unserer Ernährung geworden?

Gummibärchen, Lutscher und andere Süßigkeiten. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Nicht nur Süßigkeiten sind Zuckerbomben. Thinkstock -

Jedes fünfte Kilo Zucker, das wir essen, steckt in Süßwaren wie Gummibärchen, Schokolade, Bonbons und Co. Aber auch in Getränken ist oft viel Zucker enthalten - vor allem in Softdrinks. Genauso sind Backwaren, Frühstückscerealien oder eingelegte Gurken oft Zuckerbomben. Gerade Saures wird durch die Süße schmackhafter.

Alle lieben Zucker

Arbeiter auf einer Zuckerrohrplantage in Ägypten. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - MENA Khaled Desouki)
Arbeiter auf einer Zuckerrohrplantage in Ägypten. picture-alliance / dpa - MENA Khaled Desouki

Die Menschen reagieren schon seit der Entdeckung des Zuckers begeistert auf den Stoff. Schließlich ist der reine Zucker deutlich süßer als beispielsweise der Fruchtzucker, den wir über Obst zu uns nehmen.

Die Südseeinsulaner waren die ersten, die Zuckerrohr kauten. Dort kommt die Pflanze her. In Indien taucht sie vor 8.000 Jahren auf, mit den Kreuzzügen erreicht sie das christliche Europa. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war Zucker ein Luxusgut.

Erst mit der Zuckerrübe wurde die Süße verbreitet verfügbar. Heute wird 400-mal so viel Zucker auf dieser Welt hergestellt wie 1800 zu Beginn dieser Entwicklung.

Jeder von uns isst kiloweise Zucker

Seitdem wiederholt sich mit wachsendem Wohlstand in allen Gesellschaften dasselbe Szenario: der Zuckerkonsum steigt steil an, erreicht einen Höhepunkt und sinkt dann wieder etwas ab auf einen nahezu einheitlichen Wert von etwa 35 Kilo pro Kopf und Jahr. Genauso viel vernichtet auch jeder Bundesdeutsche.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zusätzlich zum Rüben- oder Rohrzucker verbrauchen wir immer mehr modernen Industriezucker wie Glukosesirup, Isoglukose und stark zuckerhaltige Süßmittel wie Honig oder Sirup. Dadurch ist der Verbrauch weiter auf 44 Kilo gestiegen - rund 20 Prozent der Energie, die ein durchschnittlicher Mann am Tag braucht, stammt aus Zucker.

Zucker macht nicht krank, aber dick

Dicksein - nicht nur eine Sache der Ernährung (Foto: © Colourbox.com -)
Zuckerreiche Ernährung - eine der Hauptursachen für Übergewicht. © Colourbox.com -

Diese Fülle an puren Kalorien ohne jede gesunde Zutat, ohne wirklich wichtige Inhaltsstoffe, ist im Speiseplan des Menschen nicht vorgesehen. Die bekannten Zivilisationskrankheiten sind die Folge.

Zucker an sich macht zwar nicht zuckerkrank - aber dick. Und Übergewicht wiederum ist eine Hauptursache für die Zuckerkrankheit und ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Autor: Werner Eckert, SWR Umwelt und Ernährung / Online: Jutta Kaiser

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