Hauptstraße in Walterschen

Ein Film von Wolfgang Bartels

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Walterschen - Ortsansicht (Foto: SWR, SWR -)
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Walterschen liegt im Westerwald in der Nähe von Altenkirchen. Das Dorf zählt 170 Einwohner. Früher lebten die Menschen von der Landwirtschaft, doch heute gibt es keinen einzigen Bauern mehr im Ort.

Aber es gibt noch immer Hobby-Tierhalter. Zum Beispiel Steffi Diels mit ihrer Herde von 35 Heidschnucken, die zumindest im Westerwald ungewohnt ist: Tagsüber arbeitet sie auf der Verwaltung, nach Feierabend kümmert sie sich um ihre Tiere. Drei Esel gehören auch noch zur Familie.

Der bekannteste Einwohner von Walterschen ist Jürgen Nikelowski: Fünfmal war er in den sechziger Jahren Rheinland-Meister, einmal sogar Dritter in der Deutschen Meisterschaft im Boxen, Bantam-Gewicht.

Die große Boxer-Karriere ist lange vorbei. Und auch Sport betreibt er nicht mehr aktiv. Geblieben sind Jürgen Nikelowski die Pokale und Siegerurkunden. Noch beliebter im Dorf hat den Box-Meister eine Heldentat vor zwanzig Jahren gemacht, als das Haus gegenüber in lodernden Flammen stand. Beherzt sprang er in das brennende Haus und rettete dem Nachbarn das Leben.

Walterschen - Hauptstraße (Foto: SWR, SWR -)
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Noch etwas prägt das Leben in Walterschen: Zäune. In der Mitte der Hauptstraße liegt die Draht-Fabrik Osterkamp. Angefangen hat es mit dem Großvater von Heinz Joachim Osterkamp, dem heutigen Chef. In den zwanziger Jahren gründete er eine Dorfschmiede mit Schlosserei. Aus dem Einmann-Betrieb ist eine moderne Fabrik geworden. 50 Beschäftigte stellen Zäune und Toranlagen her.

Heute bestimmt die Drahtfabrik das Ortsbild. Doch vor und hinter der Fabrik sieht es in Walterschen aus wie in vielen anderen Dörfern im Westerwald. Die Hauptstraße in Walterschen verbindet zwei Lebenswelten: die Fabrik und den dörflichen Alltag.

Karte - Walterschen (Foto: SWR, SWR -)
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