Die Bacharacher Straße in Rheinböllen

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Ein Film von Bernd Schwab

Rheinböllen liegt im Hunsrück, unmittelbar an der A 61 und der B 50. Die verkehrsgünstige Lage hat einige Betriebe in die Kleinstadt gelockt, sodass im Laufe der Zeit rund 2.000 Arbeitsplätze entstanden sind - eine durchaus beachtliche Zahl bei 4.250 Einwohnern.

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Rund um den Marktplatz findet sich so ziemlich alles, was für einen Ort wichtig ist. In der Stadtmitte zweigt die Bacharacher Straße ab. Die führt, der Name verrät es, in Richtung Rheintal.

Ganz so romantisch geht es in der Straße allerdings nicht zu. Es gibt zwar einige sehenswerte Ecken, vor allem rund um die evangelische Kirche, aber genau genommen ist die Bacharacher Straße das Sorgenkind von Rheinböllen.

Leerstände, Sanierungsstau und zudem viel Verkehr führten zusehends zu einer Negativspirale. Doch das soll sich ändern. Die Stadt hat einen Antrag auf Städtebauförderung gestellt. Mit den Mitteln wollen sie unter anderem öffentliche Flächen umgestalten und so attraktiver machen.

Pfarrgarten Caf (Foto: SWR)
Im Schatten der evangelischen Kirche findet man das Pfarrgarten-Café. Ein Ort der Begegnung, der sehr gut angenommen wird. Bild in Detailansicht öffnen
Initiatorin war Beate Jöst, die Frau des Pfarrers. Zusammen mit ihren Mitstreitern bieten sie den Gästen im Pfarrgarten Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an. Bild in Detailansicht öffnen
Die Puricellikapelle gilt als Juwel neugotischer Baukunst. Es heißt, dass die bedeutensten Handwerker und Künstler ihrer Zeit an dem Gotteshaus mitgearbeitet haben. Bild in Detailansicht öffnen

Einen Anziehungspunkt gibt es allerdings schon: den Pfarrgarten neben der evangelischen Kirche, ein wahrlich malerisches Fleckchen. Viel zu schön für uns allein, dachten sich der Pfarrer und seine Frau.

Seit Ostern 2022 findet hier das sogenannte Pfarrgarten-Cafés statt, immer am Samstag- und Sonntagnachmittag. Die Initiatoren wollten nach der Coronazeit wieder das Miteinander fördern und das klappt bestens.

Doch die Bacharacher Straße hat auch ganz andere Seiten, wie zum Beispiel einen Tattooladen. Die Besitzerin hat sich in der Szene einen Namen gemacht. Ihrem Mann etwa hat sie Bud Spencer und Terence Hill auf die Schultern tätowiert.

Nach einer Ziege hat sie noch keiner gefragt. Dabei wäre die für die Bacharacher Straße durchaus passend. Denn früher nannte man sie die "Butschegass", weil hinter fast jedem Haus ein Butsche, eine Ziege stand. Aber das wissen nur noch ganz wenige Menschen in der Straße.

Karte (Foto: SWR)
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SWR Fernsehen