Oberstraße in Dörscheid

Ein Film von Lutz Näkel

Dauer
Ortstotale (Foto: SWR, SWR -)
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Zwischen Rhein und Taunus liegt Dörscheid, und die Menschen dort fühlen sich einerseits als Rheinländer, haben aber immer schon mit dem rauen Taunusklima zurecht kommen müssen. In den alten Zeiten lebten sie sowohl vom Weinbau an den Rheinhängen als auch von der Landwirtschaft auf den Höhen. Heute sind Weinbau und Landwirtschaft nur noch Nebensachen in Dörscheid. Die meisten der rund 400 Einwohner sind Pendler, arbeiten in Koblenz oder im Rhein-Main-Gebiet.

Die Oberstraße ist eine der beiden Straßen, die Dörscheid der Länge erschließen. Hier gibt es ein Landgasthaus, das im Sommer gerne von Wanderern besucht wird, denn der Rheinsteig führt genau daran vorbei. Nicht weit davon steht die evangelische Kirche, deren Kreuzgewölbe einen Schlussstein mit blau-weißen Rauten aufweist. Ein Hinweis darauf, dass die Region einmal zum bayerischen Mainfranken gehörte.

Oberstraße (Foto: SWR, SWR -)
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Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen: Amerikanische Artillerie beschoss sie vom gegenüberliegenden Hunsrück-Plateau mit Granaten. Die Amerikaner vermuteten dort einen deutschen Beobachtungsposten. Die ausgebrannte Kirche haben die Dörscheider gleich nach dem Krieg wieder instand gesetzt; ganz in Eigenleistung. Noch heute leben in der Oberstraße Menschen, die damals nach Kräften mithalfen...

Karte Dörscheid (Foto: SWR, SWR -)
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