Insel in Wüschheim

Ein Film von Lutz Näkel

Dauer
Wüschheim_Ortstotale (Foto: SWR, SWR -)
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Das ganze Leben auf einer Insel verbringen – was für viele wie ein Traum klingt, ist für einige Wüschheimer ganz normal. Der kleine Hunsrück- Ort hat eine Straße, die „Insel“ heißt. Eigentlich ist es mehr eine inselartige Ansammlung von vierzehn Häusern, die nordöstlich vom eigentlichen Dorf liegt. Wer auf die Insel will, muss natürlich auch das Wasser überqueren. In diesem Fall ist es der Bieberbach, der ist etwa einen Meter breit, und obwohl man locker rüber springen könnte, nehmen die Wüschheimer lieber die Brücke. Viele Inselbewohner leben schon lange hier, manche ihr ganzes Leben.

Wüschheim_Gartenfest (Foto: SWR, SWR -)
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Sieghard Michelmann zum Beispiel, der kam vor 75 Jahren auf der Insel zur Welt. In den 1950er Jahren hat er den Beruf des Wagners erlernt, er war einer der drei letzten Lehrlinge dieses Handwerks im Landkreis Simmern. Noch heute kann er Wagenräder bauen, obwohl er den Beruf nicht lange ausgeübt hat. Als der Bedarf sank, nahm er eine Stelle bei der Sargfabrik an, die auch auf der Insel liegt. Damals arbeiteten noch 22 Menschen dort, heute sind es nur noch acht. Die Bevölkerungszahl auf der Insel schwindet dagegen nicht, die Insulaner sind außergewöhnlich kinderreich: 16 Kinder im schulpflichtigen Alter gibt es hier, und das jüngste Inselkind ist gerade mal vier Wochen alt.

Karte Wüschheim (Foto: SWR, SWR -)
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