Iggelbach

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Zwischen Kaiserslautern und Landau im Pfälzerwald liegt Iggelbach. Das Dorf ist einer der vier Ortsteile von Elmstein. Rund 840 Menschen sind in der Gemeinde am Iggelbach zu Hause.

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Die Silhouette des Dorfes wird von der protestantischen Kirche dominiert. Die sieht zwar recht alt aus, wurde aber erst Ende der 1920er bis zum Beginn der 1930er Jahre gebaut. Vorher gab es in Iggelbach nur einen Glockenturm, der im Dorfkern steht. Im Zentrum finden sich eine ganze Reihe historischer Gebäude.

Iggelbach hat eine traurige Vergangenheit, denn der Dreißigjährige Krieg traf das Dorf extrem hart. Nach dessen Wirren lebte niemand mehr im Ort. Erst im 18. und 19. Jahrhundert sorgten Neubürger aus dem nördlichen Alpenraum für eine Renaissance. Meist waren es Menschen aus Tirol, Bayern, Frankreich und der Schweiz, die sich im Herzen des Pfälzerwaldes ansiedelten. Die Vorfahren von Familie Steigert kamen aus der Schweiz, vor rund 200 Jahren. Die Familie führt den Pfälzer Hof bereits in sechster Generation. Die Corona-Pandemie hat die Inhaber hart getroffen. Jetzt hoffen sie, dass sie im Hotel mit dem angeschlossenen Restaurant bald wieder Gäste begrüßen können.

Glockenturm Iggelbach (Foto: SWR)
Das Zentrum von Iggelbach ist geprägt von historischen Gebäuden und so gibt es auch den Glockenturm schon viele Jahrhunderte. Bild in Detailansicht öffnen
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Bis heute scheint Iggelbach einen besonderen Reiz auf Neubürger und Neubürgerinnen auszuüben. Da gibt es zum Beispiel einen Niederländer, der Ende der 1990er Jahre ins abgelegene Dorf kam und sich in den Ort verliebte. Mittlerweile ist er sogar Bürgermeister. Froh ist der Bürgermeister über die ehrenamtlichen Senioren-Aktiv-Gruppe, die sogenannte SAG. Seit rund 20 Jahren kümmern sich die Rentner um den Ort und die Natur rund um Iggelbach. An die 500 Obstbäume haben sie gepflanzt, Insektenhotels gebaut und eine Schutzhütte oberhalb des Ortes errichtet. Die überwiegende Zahl der Helfer sind Zugezogene. Ein anderer Neubürger war jahrelang in der Welt unterwegs, hat unter anderem in Lateinamerika und Afrika als Reiseleiter gearbeitet. Als es pandemiebedingt damit vorbei war, machte er aus der Not eine Tugend. Nun bietet er mit einer Mitstreiterin eine Art Pfälzerwald-Safari an. Sie gehen mit Menschen in die Natur, um dort den Herzschlag des Waldes zu erleben - "Waldpochen" nennen sie das.

Karte Iggelbach (Foto: SWR)
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