Schulstraße in Idenheim

Ein Film von Wolfgang Bartels

Die Schule, nach der die Straße einst benannt wurde, ist zwar längst geschlossen. Aber rings um die alte Schule blüht ein reges Dorfleben. Idenheim liegt im Bitburger Land und zählt knapp 450 Einwohner. Die Schulstraße gibt es erst seit den sechziger Jahren. Und hier haben wir eine ganze Reihe interessanter Menschen getroffen.

Blick auf den Ort Idenheim. (Foto: SWR, SWR -)
Die Ortsansicht von Idenheim SWR -

In Hausnummer Sieben wohnt Ingrid Penning, die Idenheimer Ortschefin. Es sind nur ein paar Meter bis zu ihrem größten "Sorgenkind", der Konrad-Adenauer-Schule. Sie gab der Schulstraße einst ihren Namen. Heute ein Riesenproblem, damals der ganze Stolz von Idenheim, neu erbaut in den sechziger Jahren als Mittelpunktschule. Doch 2008 wurde der Schulbetrieb eingestellt. Seither stehen die Klassenzimmer leer, unbekannte Randalierer haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Hoffnung haben die Idenheimer: Es gibt erste Pläne, die Klassenzimmer in Eigentumswohnungen umzuwandeln.

Blick auf die Schulstraße in Idenheim. (Foto: SWR, SWR -)
Die Schulstraße in Idenheim SWR -

Neben der leer stehenden Schule verwirklichen zwei Schwestern ihren Traum vom eigenen Haus. Die eine, Theresia Besselich, wird bald einziehen, der Rohbau steht bereits. Schon seit zwei Jahren wohnt ihre Schwester Bettina Bartzen in der Schulstraße. Sie kommen aus dem Prümer Land und haben in der Schulstraße eine neue Heimat gefunden.

Nebenan noch ein modernes Haus. Vor der Garage allerdings geht es etwas altertümlich zu. Walter Metzdorf hat ein Herz für altes Fahrgerät. Er schraubt in jeder freien Minute an den Lanz-Traktoren und NSU-Motorrädern aus den fünfziger Jahren herum. Eine gute Abwechslung für den Steuerberater.

Ein Mann putzt sein altes Motorrad. (Foto: SWR, SWR -)
Walter Metzdorf hat eine Leidenschaft für alte Motorräder SWR -

Gegenüber wohnt Siegfried Dieckmann. Schiffsbauer hat er gelernt. Und einige Jahre ist er zur See gefahren. Doch dann wollte er sesshaft werden und gründete im Nachbarort eine Metallfabrik – weil das Gelände so günstig war. Jetzt ist er im Ruhestand – und die Idenheimer sind froh mit ihrem Metall-Experten. Was er in seiner Werkstatt zusammenbaut, wird überall im Dorf gebraucht. Siegfried Dieckmann hat es übernommen, für die neue Grillhütte den Grill zu bauen. Hier entsteht ein neuer Treffpunkt der Gemeinde.

Der alte Treffpunkt: das ist der Verwaltungstrakt der Schule. Den nutzen die verschiedenen Idenheimer Vereine. Im ehemaligen Schulsekretariat trifft sich nun die Frauengruppe. In der Turnhalle trainiert der Sportverein und in der ehemaligen Aula hat der Musikverein sein Domizil gefunden. Die alte Schule ist so etwas geworden wie anderswo das Dorfgemeinschaftshaus. In der ehemaligem Schule pauken schon lange keine Kinder mehr. Dafür treffen sich hier die Idenheimer und ihre Nachbarn. Und alle sind sich einig: Der Name "Schulstraße" bleibt.

Karte von Idenheim (Foto: SWR, SWR -)
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