Hauptstraße in Odenbach

Ein Film von Sabine Opitz

Ortsbild von Odenbach (Foto: SWR, SWR -)
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Odenbach am Glan ist 1170 Jahre alt und schon seit je her gibt es hier immer wieder Hochwasser. Zuletzt Anfang Januar. Vor allem die Bewohner der Hauptstraße bekommen dann nasse Füße. Doch sie nehmen es gelassen. Der 10-jährige René Gollnik drehte gut gelaunt eine Runde mit dem Schlauchboot, wo er sonst mit seinem Spielzeug-Traktor fährt. Rene ist Traktor-Fan und ein außergewöhnliches Kind. Wegen eines Herzfehlers bekam er schon im Alter von anderthalb Jahren einen Herzschrittmacher. Der fiel immer wieder aus, mehrfach musste René operiert werden. Vor sieben Jahren zog er mit seinen Eltern in die Hauptstraße, ganz unten, kurz hinter der Glanbrücke.

Heinz-Mattern-macht-Feuer (Foto: SWR, SWR -)
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Von dort führt die Straße am Odenbacher Rathaus vorbei durch den alten Ortskern. Früher gab es hier eine Schule, viele Bauernhöfe, jede Menge Einzelhandel und etliche Gewerbebetriebe, die auch ausbildeten und ein mal im Jahr den großen Maimarkt. Geblieben ist davon nicht mehr viel. Nur einen Bäcker, einen Friseursalon, den Elektriker und zwei Gasthäuser gibt es heute in der Hauptstraße. Und einen noch aktiven Landwirt. Heinz Mattern ist 83 und führt den kleinen Hof in dritter Generation. Zwei Kühe hat er im Stall, eine davon trächtig, knapp 20 Hühner und neun Bienenvölker. Er baut Rüben an und macht alles noch per Hand. Auch den Haushalt führt er von jeher selbst. Eine Frau hatte er nie. Wenn er Kuchen backt, heizt er vorher den alten Holzofen ein. Die Moderne hat um seinen Hof einen Bogen gemacht. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Am oberen Ende der Hauptstraße liegt der Gasthof "Bär". Hier treffen sich jüngere und ältere Odenbacher. Und erzählen zum Beispiel von den "guten alten Zeiten", als in der Hauptstraße noch viel los war. Einen Höhepunkt gibt es allerdings immer noch: Die Kerwe auf dem Festplatz. Beim Umzug durch die Hauptstraße hat Jahr für Jahr der kleine Hund Gismo seinen großen Auftritt. Mal zieht Heinrich Wiegand seinen Chihuahua in einer Rikscha durch die Straßen. Mal in der Gondel eines kleinen Riesenrades und einmal schwebte Gismo sogar in einem Heliumballon an den Häusern vorbei. Auch dieses Jahr wird Heinrich Wiegand wieder ein originelles Fahrzeug für den "Kerwe"-Hund bauen. Die Fassaden mögen unscheinbar oder sogar trist sein. Die Menschen sind es nicht. Sie leben gern in ihrer Hauptstraße bekommen dann nasse Füße. Doch sie nehmen es gelassen.

René-Gollnik-und-Heinz-Mattern-auf-Hauptstraße (Foto: SWR, SWR -)
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Der 10-Jährige René Gollnik drehte gut gelaunt eine Runde mit dem Schlauchboot, wo er sonst mit seinem Spielzeug-Traktor fährt. Rene ist Traktor-Fan und ein außergewöhnliches Kind. Wegen eines Herzfehlers bekam er schon im Alter von anderthalb Jahren einen Herzschrittmacher. Der fiel immer wieder aus, mehrfach musste Rene operiert werden. Vor sieben Jahren zog er mit seinen Eltern in die Hauptstraße, ganz unten, kurz hinter der Glanbrücke. Von dort führt die Straße am Odenbacher Rathaus vorbei durch den alten Ortskern. Früher gab es hier eine Schule, viele Bauernhöfe, jede Menge Einzelhandel und etliche Gewerbebetriebe, die auch ausbildeten und ein mal im Jahr den großen Maimarkt. Geblieben ist davon nicht mehr viel. Nur einen Bäcker, einen Friseursalon, den Elektriker und zwei Gasthäuser gibt es heute in der Hauptstraße.

Und einen noch aktiven Landwirt. Heinz Mattern ist 83 und führt den kleinen Hof in dritter Generation. Zwei Kühe hat er im Stall, eine davon trächtig, knapp 20 Hühner und neun Bienenvölker. Er baut Rüben an und macht alles noch per Hand. Auch den Haushalt führt er von jeher selbst. Eine Frau hatte er nie. Wenn er Kuchen backt, heizt er vorher den alten Holzofen ein. Die Moderne hat um seinen Hof einen Bogen gemacht. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Am oberen Ende der Hauptstraße liegt der Gasthof "Bär". Hier treffen sich jüngere und ältere Odenbacher. Und erzählen zum Beispiel von den "guten alten Zeiten", als in der Hauptstraße noch viel los war.

Einen Höhepunkt gibt es allerdings immer noch: Die Kerwe auf dem Festplatz. Beim Umzug durch die Hauptstraße hat Jahr für Jahr der kleine Hund Gismo seinen großen Auftritt. Mal zieht Heinrich Wiegand seinen Chihuahua in einer Rikscha durch die Straßen. Mal in der Gondel eines kleinen Riesenrades und einmal schwebte Gismo sogar in einem Heliumballon an den Häusern vorbei. Auch dieses Jahr wird Heinrich Wiegand wieder ein originelles Fahrzeug für den "Kerwe"-Hund bauen. Die Fassaden mögen unscheinbar oder sogar trist sein. Die Menschen sind es nicht. Sie leben gern in ihrer Hauptstraße.

Karte Odenbach (Foto: SWR, SWR -)
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