Hauptstraße in Gevenich

Ein Film von Wolfgang Bartels

Dauer

Gevenich liegt auf den Eifelhöhen oberhalb von Cochem. Rund 700 Einwohner zählt das Dorf. Vierzehn Vereine gibt es, vom Motorsport bis zum Kirchenchor, vom Fußball- bis zum Schützenverein. Im Jahre 1051 wurde Gevenich erstmals in einer Urkunde Heinrichs III. erwähnt. Seit jeher ist das Dorf landwirtschaftlich geprägt.

Hauptstraße in Gevenich (Foto: SWR, SWR -)
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Die Hauptstraße - sie war schon immer die Verkehrsachse, an deren Rändern sich das Straßendorf in fast tausend Jahren nach und nach bis heute entwickelt hat. Wie das genau geschehen ist über all die Zeiten, das weiß keiner besser als Hermann Eberhard. In seiner Freizeit führt der Steuerbeamte das Tagebuch der Gemeinde. 1875 hatte ein Lehrer damit angefangen. Die meisten Einträge in den bisher drei Tagebüchern hat natürlich die Hauptstraße.

Hermann Eberhard das Tagebuch der Gemeinde (Foto: SWR, SWR -)
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Zum Beispiel in den 1950er Jahren: Der Bau des "Alten Backes" in der Hauptstraße. Der ist noch immer in Betrieb. Allerdings: Während früher die Familien reihum dran waren, heizt heute der Junggesellenverein das Feuer nur noch gelegentlich an. Darüber, direkt über dem heißen Ofen, liegt das "Haus der Dorfgeschichte". Eine kleine Ausstellung zeigt, was in Gevenich einmal wichtig war. Und mittendrin sitzt Hermann Eberhard und führt sein Tagebuch. 1991 verzeichnet das Tagebuch ein wichtiges Ereignis: Ein alter Bauernhof in der Hauptstraße wurde umfassend saniert. Was damals geschah, gilt heute als Startschuss für die Dorferneuerung. Alois Kesseler war es, der damals die Initiative ergriff. Sehr viel hat der Maurer selbst gemacht. Und als er fertig war, hat ihm das keine Ruhe gelassen. Er brachte noch zwei weitere baufällige Häuser in der Hauptstraße auf Vordermann. Ein Gewinn für das Ortsbild. Getreu dem Dorf-Motto: "Gevenich – lebendig aus Tradition".

Die Geländewagenfreunde mit einem historischen Willys-Jeep (Foto: SWR, SWR -)
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Die Trophäe von damals halten die Geländewagenfreunde noch immer in Ehren. Am Beginn der Hauptstraße haben sie einen Parcours angelegt, auf dem die Fahrer ihren Jeeps alles abverlangen. Doch der Weltrekord war eine andere Sache. Ein historischer Willys-Jeep war zerlegt in 134 Einzelteile – und musste so schnell wie möglich zusammengebaut werden. Wochenlang hat damals das Gevenicher Team geübt. In München holte es dann den Weltrekord: Eine Minute und sechzehn Sekunden. Am anderen Ende der Hauptstraße: Noch ein Geländewagen-Parcours. Nur alles ein paar Nummern kleiner. Der Verein RC Racing fährt mit Modell-Autos und ist gar nicht neidisch auf die "Großen". Der Dorfchronist hat noch einen Termin: Er hat die Mitglieder aller Vereine bestellt, zum Foto-Termin am Bürgerhaus in der Hauptstraße. Sie alle sind aktiv, damit es niemals langweilig wird in Gevenich.

Karte von Gevenich (Foto: SWR -)
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