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Ein Film von Wolfgang Bartels

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Blick auf das Dorf Waxweiler (Foto: SWR, SWR -)
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Wir besuchen die Hauptstraße in Waxweiler, die hier allerdings nur „An der Jaas“ genannt wird. Waxweiler liegt in der Eifel zwischen Bitburg und Prüm. Das Dorf zählt 1100 Einwohner und wurde 943 erstmals urkundlich erwähnt. An der Jaas gibt es einige Leute, die etwas ganz Eigenes haben.

Einen Kanaldeckel mit dem eigenen Portrait – das hat wohl nur Kätsches Ton. Eigentlich heißt er Toni Sartor, doch unter diesem Namen kennt ihn niemand in Waxweiler. Er gilt als Original – und dazu passt eben auch ein eigener Kanaldeckel. Eine Frau regiert im Haus Nummer 20 – der alten Gerberei aus dem Jahre 1905. Hier geht es nicht mehr um Leder, sondern um luxuriöse Stoffe und ganz eigene Modeentwürfe. Hier ist das Domizil der Modedesignerin Margret Gasper. Unter dem Label „Haute Couture“ entwirft die Schneidermeisterin anspruchsvolle Kleidung für Damen.

An der Jaas in Waxweiler (Foto: SWR, SWR -)
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Ein paar Schritte entfernt vom alten Gerberhaus liegt ein dunkelroter Kasten, das einzige moderne Haus An der Jaas. Es beherbergt ein Museum: das Devonium. Hier sind Fossilien aus dem Erdzeitalter des Devon zu bewundern, 400 Millionen Jahre alt. Hermann Köppen ist öfter hier, denn eines dieser Fossilien ist nach ihm benannt: Koeppenia eifeliensis, eine farnähnliche Pflanze. Gefunden wurden dieser Farn und alle anderen Fossilien in einem Steinbruch am Ortsausgang von Waxweiler. Dieser Steinbruch gehört Hermann Köppen – und er hat hier nicht nur Steine gebrochen, sondern auch immer die Wissenschaft unterstützt. Deswegen benannten die Wissenschaftler das Fossil nach ihm – und Hermann Köppen hat seine eigene Pflanze.

Kirche in Waxweiler (Foto: SWR, SWR -)
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Die Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptista hat im Laufe von zweieinhalb Jahrhunderten schon einiges erlebt. Doch das größte Drama geschah am 16. Dezember 2004. Und die Leute An der Jaas mussten es hilflos mit ansehen. Bei Bauarbeiten geriet der Kirchturm in Brand und stürzte genau in eine Häuserlücke. Vom Brand ist längst nichts mehr zu sehen. Die Kirche bekam einen neuen Turm und einen neuen Anstrich gleich dazu. Aber den Anwohnern sind jene dramatischen Minuten bis heute unvergessen – ein ganz eigenes Erlebnis, von dem sie wünschen, dass es ihnen erspart geblieben wäre.

Karte von Waxweiler (Foto: SWR, SWR -)
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