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Ein Film von Heidrun Wieser

Dauer

Masburg ist einer der wenigen Eifelorte, die erhaben auf einem Hügel liegen. Im Mittelalter war es wohl auch deshalb Sitz des Hochgerichtes. Der Galgen stand auf dem Gallberg, der höchsten Erhebung in der Gemarkung – und der liegt in Sichtweite der Hauptstraße. Das klingt sehr bedeutsam. Wenn man allerdings diese Hauptstraße entlanggeht, wirkt sie trist. „Nichts los“, so der erste Eindruck.

Es sei denn, ihre Bewohner bringen sie zum Leben. Mit ihren Erinnerungen. 237 Meter lang ist die Hauptstraße und mindestens ebenso viele Geschichten hat sie erlebt. Geschichten von singenden Burschen und randvollen Kneipen, von schellenden Verkündern und verspätet errichteten Heiligenhäuschen.

Wenn die Geschichten erzählt sind, bleiben immerhin 43 Grundschüler, 35 kleine Funken, ein wiederentdecktes Backes und drei Dachdeckerbetriebe, deren Handwerk Zukunft verspricht, weil sie traditionell mit dem begehrten Moselschiefer arbeiten. Lichtblicke und Hoffnungsschimmer also genug für die ein bisschen grau anmutende Hauptstraße in Masburg.

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