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Ein Film von Markus Bundt

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Maring-Novland Ortsansicht (Foto: SWR, SWR -)
Ortsansicht Maring-Novland SWR -

Noch ist ganz schön was los in der Brunnenstraße, denn der Durchgangsverkehr läuft durch den alten Ortskern der Gemeinde. Lastwagen, Traktoren, Autos und Mopeds - manchmal wie an einer Perlenschnur. Für Metzgermeister Fritzen ein Segen. Denn mit den Autos kommen seine Kunden automatisch bei ihm vorbei und kaufen ein. Heino Fritzen hat die Metzgerei vor einigen Jahren in dritter Generation übernommen. Er schlachtet selbst und sucht sich seine Tiere selbst aus. Seine Kunden finden das gut – der Laden läuft, doch die Verkehrsberuhigung ist für ihn eine Katastrophe.

Maring-Novland Winzer Bollig (Foto: SWR, SWR -)
Der Winzer Dieter Bollig SWR -

Auch Winzermeister Dieter Bollig kauft gerne bei "seinem Metzger" ein. Jetzt im Herbst ist er mit seinem Traktor oft in der Brunnenstraße unterwegs. Während der Lese muss er mehrmals täglich hier durch. Dabei darf es für ihn schon etwas ruhiger werden – damit er schneller durchkommt. Bei seinen Fahrten durchs Dorf trifft er immer viele Noviander. Sie sitzen gerne bei einem Plausch zusammen, z. B. an einem der beiden Brunnen, die der Straße ihren Namen gegeben haben.

Maring-Novland Brunnenstrasse (Foto: SWR, SWR -)
Die Brunnenstraße in Maring-Novland SWR -

Auch die Senioren im Tagespflegehaus Aura haben ihr Bänkchen genau vor der alten Schule aufgestellt. Der viele Verkehr und der Krach stört sie schon ein bisschen. Aber immerhin sind sie hier mittendrin im Dorfgeschehen - und nicht abgeschoben in eine ruhige Ecke. Das Haus im Ortskern ist ein Glücksfall. Eine Tagespflegestation außerhalb der Altenheime – das ist ein kleines Experiment. Und es funktioniert. Die Senioren kommen gerne hier her.

Etwas weiter oben führt die Brunnenstraße dann Richtung Ortausgang und durch ein kleines Gewerbegebiet. Ein Kuriosum: Die Noviander Sargfabrik. Seit Jahrzehnten fertigen Felix und Alfred Wolff Särge aller Art. Eigentlich sind sie längst Rentner, aber sie machen weiter, schließlich haben sie ein sicheres Geschäft – gestorben wird immer. Allerdings muss man sich den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden anpassen. Das gilt auch für die Schnitzereien auf den Särgen. Die machen die beiden natürlich selbst. Ganz in der Nähe - fast am Ende der Brunnenstraße ist der Winzerhof von Dieter Bollig. Verkehrsberuhigung hin oder her. Er muss in diesen Tagen seine Ernte heimbringen – wie jedes Jahr.

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