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Ein Film von Oliver Wittkowski

Dauer

Bei Kaiserslautern, an der Grenze von West- und Nordpfalz, liegt Mackenbach – auch als "Musikantendorf" bekannt: Viele Mackenbacher zogen einst als Musiker in die Welt hinaus. Das klingt ziemlich fröhlich, aber viele trieb die Armut dazu, ihre Familien zu verlassen und in anderen Regionen oder gar Amerika als Wander- oder Orchestermusiker ein Auskommen zu finden.

Im liebevoll eingerichteten Musikantenmuseum des Dorfes wird die Geschichte der "Mackenbacher", wie die Musiker aus der Gegend früher genannt wurden, lebendig. Doch in Mackenbach sollte man nicht nur in der Vergangenheit schwelgen, sondern auch die Ohren dafür aufsperren, was heute im Dorf noch klingt und swingt.

In der Hauptstraße, wo auch noch etliche der alten Musikantenhäuser stehen, dominieren heute im Alltag andere Sounds als die berühmte Blaskapellenmusik der "Mackenbacher": Im Dorfgasthof grooven die Jungen zu angesagten Beats, nebenan lauschen die älteren Gäste dem Klang einer alten Wurlitzer-Musikbox. Der Bürgermeister liebt - und singt sogar - Frank Sinatra.

In der alten Schule spielen Gitarrenschüler Bach auf E-Gitarren oder schreiben gleich eigene Lieder. In der Kirche probt der Chor ziemlich energiegeladene Spirituals. Und im Supermarkt rieselt leise die Hintergrundmusik aus den Lautsprechern im Verkaufsraum. Die Musik, die heute im Alltag des Dorfes erklingt, ist also ziemlich gegensätzlich. Aber die Mackenbacher haben immer noch einen sehr lebendigen Bezug zu allem, das klingt, swingt, schwoft und grooved entlang der Hauptstraße in Mackenbach.

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