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Ein Film von Nadja Rangol

Die Straße "An der Pfaffenheck" liegt inmitten eines Campingplatzes. Klar, dass hier gerade im Sommer viele Camper anzutreffen sind. Doch auch im Winter gibt es einige Eiserne, die jedes Wochenende kommen.

Erbach liegt im östlichen Hunsrück, direkt an der A 61. Schmuckstück der Gemeinde ist die 1897 erbaute Kapelle "Johannes der Täufer" mit einer noch viel älteren wunderschönen Linde.

Rund 270 Menschen leben im Dorf - im Sommer aber sind es wesentlich mehr, denn Erbach hat eine ganz besondere Straße: An der Pfaffenheck. Statt Häusern stehen dort Wohnwagen und Wohnmobile, statt Hausnummern gibt es Platznummern - ein Campingplatz entlang einer kleinen Schotterstraße. Vor allem Dauercamper wohnen An der Pfaffenheck und rund ein Viertel von Ihnen hat hier sogar seinen Zweitwohnsitz.

Gemeinschaft wird An der Pfaffenheck groß geschrieben und auch im Winter gibt es einige Eiserne, die jedes Wochenende kommen. Langweilig wird es nie, meinen sie. Ende Januar zum Beispiel muss endlich „abgeschmückt“ werden. Und der Weihnachtsbaum wird ganz gemeinschaftlich wieder zurück in den Erbacher Wald getragen, da wo er her kam - Ordnung muss schließlich sein.

Die Bewohner des Campingplatzes kommen zum Teil aus dem Mainzer Raum, teilweise aus dem Hunsrück oder von noch weiter her. Aber Achtung: wer denkt, zwischen Haus und Mobilheim müssten immer einige Kilometer liegen, der irrt. Die Erbacherin Maresie Bittmann beispielsweise fährt immer nur ein paar hundert Meter zu ihrem Wohnmobil, dann ist sie schon da. Die 60-Jährige hat im Dorf zwar ihren Hauptwohnsitz, findet es bei den Campern An der Pfaffenheck aber so lebenswert, dass sie die Hälfte des Jahres ganz einfach dort verbringt.

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