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Ein Film von Wolfgang Bartels

Dockendorf liegt in der Eifel in der Nähe der Kreisstadt Bitburg. Das Dorf zählt etwas mehr als 200 Einwohner. Erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1270. Bis heute ist der Ort ein typisches Bauerndorf geblieben und landwirtschaftlich geprägt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:05 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die meisten alten Häuser und Höfe gibt es in der Hauptstraße - eine Straße, so gar nicht gemacht für Hektiker und Leute, die keine Zeit haben. Wer hier lebt, hat Geduld, ganz viel Geduld. Zum Beispiel der Geigenbauer: Philip Kraus zählt nicht die Stunden, bis aus einem Stück Holz eine Geige geworden ist. Er hat schon mit fünf Jahren angefangen, Geige zu spielen, und daraus ist dann sein Beruf geworden. Er ist viel herumgekommen in der Welt: In Mailand geboren, Geigenunterricht in Paris, die erste Violine in Mexiko gebaut und dann die Meisterprüfung als Geigenbauer in Italien. Gelandet ist er schließlich in Dockendorf. Etwas weiter oben in der Hauptstraße ein großes Tor mit einem Löwenmaul und zwei nackten Gestalten. Früher war hier mal das Kirchengericht. Diese Figuren sollten den Delinquenten zeigen: Hier wird auch das letzte Hemd ausgezogen. Es wird teuer für Euch.

Dockendorf in Bildern

Ortsansicht von Dockendorf (Foto: SWR, SWR -)
Der Eifelort Dockendorf zählt etwa 200 Einwohner. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Schön anzusehen ist die örtliche Pfarrkirche St. Martin, die 1833 errichtet wurde. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Konzentriert: Der Geigenbauer Philip Kraus widmet den Musikinstrumenten viel Zeit. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Herbert Jacobi ist seit vielen Jahren Besitzer des alten Pfarrhauses. Seitdem hat er alle Hände voll zu tun. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Wie zur Jahrhundertwende: Eifel-Maler Theo Jacobi stammt aus Dockendorf, geht zum Malen nach draußen. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Die harmonische Eifel-Natur hat es ihm angetan - wie seine Galerie zeigt. SWR - Bild in Detailansicht öffnen

Doch heute hat hier niemand etwas zu befürchten. Vor fast vier Jahrzehnten hat der heutige Besitzer das historische Pfarrhaus gekauft und nach und nach liebevoll restauriert. Ein Haus am anderen Ende der Hauptstraße wird zum Motiv für ein Gemälde: Das Treppengiebelhaus – benannt nach den eigenartigen Stufen am Giebel. Theo Jacobi, der Eifel-Maler, findet ringsum immer wieder neue Anregungen für seine Bilder. Theo Jacobi ist kein Künstler, der von der Stadt aufs Land geflohen ist. Er stammt von hier, aus Dockendorf, aus einer Bauernfamilie.
Im Treppengiebelhaus ist eine junge Frau zu Hause. Viel Zeit verwendet die Schülerin auf ihr Hobby: das Springreiten. Zusammen mit ihrem Pferd "Carlos" hat sie schon erste Erfolge bei Wettbewerben errungen. Jeden Tag trainieren die beiden mit viel Geduld auf dem kleinen Parcours. Und die junge Sportlerin hat genügend Ehrgeiz, um eine große Karriere als Springreiterin anzugehen.

Karte von Dockendorf (Foto: SWR, SWR -)
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