Poststraße in Herforst

Ein Film von Wolfgang Bartels

Dauer
Die Poststraße von Herforst. (Foto: SWR, SWR -)
Die Poststraße von Herforst. SWR -

Das Dorf Herforst liegt in der Eifel zwischen Bitburg und Wittlich. Der Wald hat die Gemeinde geprägt – und deshalb steckt das Wörtchen "Forst" im Namen. Knapp 1200 Einwohner zählt Herforst. Die ehemalige Poststelle ist längst geschlossen. Doch der Name der Poststraße ist geblieben. Sie ist einer der ältesten Straßen von Herforst mit vielen Bauernhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Eine Straße mit Geschichte und vielen Geschichten.

Zum Beispiel die Geschichte der "Krugbäcker". Der bei Herforst vorkommende Ton war bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts Grundlage eines blühenden Töpfergewerbes. Johannes Knödgen ist der Enkel eines "Krugbäckers". Drei dieser Handwerker gab es einst allein in der Poststraße. Einige Produkte der Vorfahren haben die Zeiten überlebt.

Einst legendär: „Die Märchengrotte“ heute eine ganz normale Dorfkneipe. (Foto: SWR, SWR -)
Einst legendär: "Die Märchengrotte" SWR -

Wahre Märchen werden über ein anderes Etablissement in der Poststraße erzählt: die Märchengrotte. Sie war in den 50er und 60er Jahren ein weithin bekanntes Tanzlokal, das auch die Amerikaner vom nahegelegenen Flugplatz Spangdahlem anzog. Heute ist die Märchengrotte eine fast normale Dorfkneipe. Nur die Märchenfiguren aus der Deko von damals sind noch übrig geblieben. Heute verbringen die Herforster noch immer gerne ein paar Stunden in der Märchengrotte und erinnern sich an wilde Jugendzeiten.

Auch gegenüber ist es ruhig geworden. Elfi Follmann hütet das Vermächtnis ihres Mannes, des Bildhauers Hanno Müller-Rodin. 1987 ist er verstorben, hier in der Poststraße hatte er sein Atelier. Im ganzen Haus erinnern Plastiken, Reliefs und Gemälde an das Schaffen von Hanno Müller-Rodin.

Blick auf Herforst (Foto: SWR, SWR -)
Blick auf Herforst SWR -

Einen anderen Teil der Herforster Geschichte bewahrt die Dreschgruppe. Sie erinnert daran, wie wichtig die Landwirtschaft einmal war. Allein in der Poststraße gab es dreizehn Landwirte, heute nur noch einen einzigen im Nebenerwerb. Aber die Tradition ist lebendig. Paradestück der Dreschgruppe: Einer der ersten Mähdrescher aus den 50er Jahren, damals der letzte Schrei der Technik. Immer wieder erhalten die Herforster Einladungen, um ihre historischen Maschinen vorzuführen, so zuletzt nach Bayern. Sie sprechen sich herum, die Geschichten, die in der Poststraße spielen. Und die Herforster sind sicher: die Geschichte wird immer weitergehen.

Karte von Herforst (Foto: SWR, SWR -)
Karte von Herforst SWR -
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