Die Heerstraße in St. Goar

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Ein Film von Lutz Näkel

Napoleon ließ sie für den Aufmarsch seines Heeres ausbauen, seitdem trägt die wichtigste Straße von St. Goar den Namen Heerstraße. Und auch heute noch rücken hier Heere an, zumindest im Sommer: die "Touristenheere".

In den Cafés und Restaurants der Heerstraße hört man viel Englisch, aber auch Chinesisch. Die ausländischen Gäste bekommen hier ein Stück "Good old Germany" serviert, oder zumindest das, was viele darunter verstehen: Altes Fachwerk, Jägerschnitzel, Kaffee und Kuchen. Dazu Andenkenläden, in denen man Bierseidel und Kuckucksuhren erwerben kann. Irgendwie wirkt hier alles so, als sei die Zeit in den 50er Jahren stehengeblieben. Dabei will St. Goar eigentlich den Aufbruch in die Zukunft wagen, 2029 soll auch hier die Bundesgartenschau stattfinden.

Sankt Goar in Bildern

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St. Goar liegt nördlich des Loreley-Felsens am linken Rheinufer. Bild in Detailansicht öffnen
Hier warteten früher die St. Goarer Lotsen auf ihre Kundschaft. Das Lotsendenkmal erinnert an diesen Berufsstand, der am Rhein schon länger ausgestorben ist. Bild in Detailansicht öffnen
Seit einigen Jahren gibt es hier den "Stadtladen", einen kleinen Supermarkt, der von einer Behindertenwerkstatt geführt wird. Bild in Detailansicht öffnen

Das Projekt "Modellstadt St. Goar" hat auch in der Heerstraße schon zu Veränderungen geführt. Da, wo sie in die Rheinuferstraße mündet, ist der "Rheinbalkon" entstanden, eine Art Aussichts- und Aufenthaltsplattform für Besucher. Doch für viele Anwohner hat der in den Rhein ragende graue Betonklotz nur wenig Charme. Es sind vor allem ältere Bürger, die in der Heerstraße noch wohnen. Die Jungen ziehen meistens von hier weg, denn außer in der Gastronomie gibt es kaum Arbeitsplätze in St. Goar.

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St. Goar - Karte
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