Ob mit Holz, Biogas, Sonne oder Wind

Nahwärmenetze: Heizen mit günstigen Holzabfällen statt teurem Gas oder Öl

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Nahwärmenetze profitieren von der Energiekrise mit astronomisch gestiegenen Preisen für Öl und Gas. Wie in Landscheid in der Eifel, wo Forstunternehmer Harald Raskop Holzabfälle verbrennt und sich vor Neukunden kaum noch retten kann.

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"Die Stimmung ist doch zum Teil panisch. Viele Kunden hätten gerne lieber heute wie morgen den Anschluss, sehen natürlich auch, was sie bei anderen Heizsystemen für Kosten zu schultern haben, und daher ist da mit Sicherheit auch ein Stück weit Verzweiflung dahinter."

Wie Holzabfälle fürs Nahwärmenetz genutzt werden

Mehrere Millionen Euro hat er in das Nahwärmenetz für Landscheid investiert. Früher wurden Holzabfälle exportiert bis er auf die Idee kam, sie als Hackschnitzel zu verfeuern und in ein Nahwärmenetz einzuspeisen. 50 Euro zahlt der Waldbesitzern aus der Umgebung für eine Tonne Holzabfälle.

Harald Raskop, Forstunternehmer (Foto: SWR)
Harald Raskop, Forstunternehmer, betreibt ein Nahwärmenetz in Landscheid.

"Sie müssen große Vorausinvestitionen tätigen. Sie müssen Leute davon überzeugen, sich ihrem Nahwärmenetz anzuvertrauen."

Nachbarorte hätten auch gerne ein Nahwärmenetz

Überschaubare Heizkosten mit Energie aus der Region. Das wollten auch einige Nachbarorte als sogenannte Bioenergiedörfer. Im zehn Kilometer entfernten Dreis hatten sich 120 Haushalte vor zwei Jahren für ein Nahwärmenetz gemeldet. Passiert ist seitdem nichts. Der Investor fehlt.

"Ich denke mal, dass die Kosten schwierig zu kalkulieren sind. Das ist ein großes Hemmnis für einen privaten Investor. Und auch die Sicherheit muss da sein, wie viele Abnehmer habe ich."

Erfolg in Landscheid trotz bürokratischer Hürden

Harald Raskop hat diese Risiken als Privatinvestor in Kauf genommen. Aktuell baut er sein Netz aus, um ab kommendem Jahr 150 Haushalten versorgen zu können. Ein weiterer Störfaktor macht ihm aber zu schaffen.

"Bürokratie ist ein großes Stichwort. Diese Steine, die sie in den Weg gelegt bekommen, die sind schon erheblich."

Ob aus Biogas oder Sonne und Wind - in manchen Orten von Rheinland-Pfalz gibt es Nahwärmenetze und wer daran angeschlossen ist, freut sich in diesen Tagen nicht von fossilen Brennstoffen abhängig zu sein.

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