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Prostatakrebs ist bei Männern über 50 der häufigste bösartige Tumor. Das tückische an ihm: Man erkennt ihn oft sehr spät, denn er verursacht zu Beginn keine spezifischen Symptome, weswegen eine Vorsorge besonders wichtig ist.

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Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter

Der Hauptrisikofaktor an einem Prostatakarzinom zu erkranken ist das Alter. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren. Ebenfalls Einfluss hat die familiäre Komponente, das heißt: Die Wahrscheinlichkeit ein Prostatakarzinom zu entwickeln, ist erheblich höher, wenn auch der Vater an einem Prostatakarzinom erkrankt war.

Ob und wie stark eine ungesunde Lebensweise bei der Entstehung eines Prostatakrebses eine Rolle spielt, ist nicht eindeutig geklärt. Will man der Prostata allerdings Gutes tun, lohnt sich nach Aussage von Medizinern zum Beispiel eine mediterrane Kost, eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr und tatsächlich: Ab und zu ein Glas Rotwein.

So sieht die Prostatakrebs-Vorsorge aus

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung durch den Urologen. Der Arzt tastet dabei die Prostata ab. Auf diese Weise lassen sich acht bis zehn Prozent der Prostatakarzinome aufspüren, schätzt der Koblenzer Urologe Dr. Thomas Kreutzig-Langenfeld.

Deutlich spezifischer, aber nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen, ist der sogenannte PSA-Test. PSA ist die Abkürzung für das "prostataspezifische Antigen". Dabei handelt es sich um organspezifische Eiweiße, die verstärkt auftreten, wenn die Prostata erkrankt ist. Weist die Blutprobe einen hohen PSA-Wert auf, kann das ein Indiz für ein Prostatakarzinom sein. Auf diese Weise können schätzungsweise rund 85 Prozent der Prostatakarzinome entdeckt werden. Allerdings bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht automatisch, dass ein Karzinom vorliegt. Auch bei Entzündungen, nach dem Radfahren oder sexueller Aktivität kann der PSA-Wert deutlich erhöht sein.

Ultraschalluntersuchung (Foto: SWR)

Eine Ultraschall-Untersuchung ist ebenfalls sinnvoll, um Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen. Sie ist allerdings kein Teil des Vorsorge-Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenkassen. Bei der Ultraschall-Untersuchung wird die Größe der Prostata vermessen – auf diese Weise können unter anderem Veränderungen festgestellt werden.

Ergeben die Tastuntersuchung, der PSA-Test und der Ultraschall Hinweise auf ein Karzinom, kommt häufig zur endgültigen Diagnosesicherung eine Prostatabiopsiem, also die Entnahme von Gewebeproben, und eine Magnetresonanztherapie (MRT) zum Einsatz.

Diese Prostata-Therapieverfahren gibt es

Ist die Diagnose Prostatakrebs gesichert, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Dazu gehören:

  • Das HIFU-Verfahren, der "hochintensive fokussierte Ultraschall". Hier werden die Krebszellen per Ultraschall zerstört.
  • Die Brachytherapie, die "Bestrahlung von innen". Hier werden kleine, radioaktive Metallkapseln in der Prostata platziert, die den Krebs bestrahlen.
  • Radikalere Eingriffe sind die Bestrahlung der Prostata von außen und die Entfernung der Prostata.

Welches Verfahren für welchen Patienten geeignet ist, hängt immer vom Einzelfall ab. Bei sehr langsam wachsenden Tumoren, beispielsweise bei älteren Patienten, muss man unter Umständen überhaupt nicht eingreifen. Manchmal reicht in diesen Fällen eine engmaschige Kontrolle und ein Beobachten des Karzinoms aus.

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