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Die ersten 5G-fähigen Smartphones sind auf dem Markt und in mancher Großstadt kann er schon genutzt werden: der neue 5G-Mobilfunk-Standard.

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5G funktioniert im Prinzip wie die vorherigen Mobilfunkgenerationen. Auch die bestehende Infrastruktur kann mitgenutzt werden. Der Unterschied liegt darin, dass die Bandbreite größer wird, indem neue Frequenzbereiche genutzt werden, die höher liegen und damit diese höhere Bandbreite zur Verfügung stellen. Dazu kommen neue Sicherheitsmechanismen, die zum Beispiel garantieren, dass egal wie oder wo man sich selbst oder ein Fahrzeug sich bewegt, das über 5G angebunden ist, man immer eine bestimmte Qualität an Mobilfunkverbindung zur Verfügung hat.

Diese neuen Möglichkeiten bietet 5G

Chirurgischer Eingriff in einer virtuellen Operationsumgebung, Arzt, Schwester, Roboter, Patient (Foto: SWR)
Über das 5G-Netz kann ein Arzt in Zukunft in Echtzeit über hunderte Kilometer Entfernung operieren.

Ein Roboter vor Ort kann Bewegungen eines operierenden Arztes ausführen, der hunderte Kilometer entfernt sein kann. In der TU Kaiserslautern werden viele neue Lösungen auf Basis von 5G entwickelt. Zum Beispiel auch für selbstfahrende Maschinen in der Landwirtschaft und im Weinbau. Es geht dabei nicht nur darum, wie schnell Menschen untereinander oder mit Maschinen Daten austauschen, sondern vor allem darum, technische Geräte schneller miteinander zu vernetzen, zum Beispiel Autos. So könnten in Zukunft Unfälle und Staus vermieden werden. Nur einige von vielen denkbaren Anwendungen, die Prof. Hans Schotten bereits kennt:

"Der Mensch braucht für die verschiedenen Geräte, die er kontrolliert, eine zuverlässige Mobilfunkverbindung. Eine konkrete Realisierung von 5G, die wir möglicherweise sehr bald sehen werden, sind Parkhäuser, in denen der Computer das Auto parkt."

Prof. Hans Schotten, TU Kaiserslautern

Ein weiteres Beispiel für die Zukunft mit 5G sind selbstfahrende Shuttlebusse. Diese funktionieren zwar schon heute wie zum Beispiel hoch zum Hambacher Schloss, aber mit 5G geht das dann viel besser und sicherer, vor allem, wenn die Shuttles dann irgendwann mit den anderen Autos vernetzt sind.

Darum haben einige Menschen Angst vor 5G

Seit es Mobiltelefone gibt, gibt es auch Bedenken wegen der möglicherweise gesundheitsschädlichen Strahlung. In Großbritannien wurden sogar Brandanschläge auf 5G-Masten verübt. Von vielen Gegnern wird die neue Technologie als bedrohliches Symbol der Digitalisierung und Globalisierung gesehen. Diese Bedenken teilt Prof. Hans Schotten nicht, sieht aber trotzdem Forschungsbedarf zur gesundheitlichen Verträglichkeit der neuen Technologie:

"Studien haben bis jetzt keine wissenschaftlichen Hinweise auf eine Gefährdung oder auch nur eine wahrscheinliche Gefährdung geliefert. Nichtsdestoweniger sind natürlich diese Sorgen sehr ernst zu nehmen und wir investieren eine Menge Zeit für den Dialog."

Prof. Hans Schotten, TU Kaiserslautern
Prof. Dr.-Ing. Hans Dieter Schotten, TU Kaiserslautern (Foto: SWR)
Prof. Dr.-Ing. Hans Dieter Schotten, TU Kaiserslautern, Leiter des Forschungsbereichs Intelligente Netze

Letztes Jahr bekam Professor Hans Schotten von der TU Kaiserslautern die Urkunde über elf Millionen Euro Fördergeld vom Bund. Kaiserslautern ist eine der sechs deutschen 5G-Modellregionen. Hans Schotten kennt sich aus in Sachen 5G, das nicht nur privaten Endnutzern viel bieten soll:

"Die Bedeutung von 5G liegt darin, dass es eben nicht nur für Endbenutzer entwickelt wurde, sondern von Anfang an Funktionalitäten integriert wurden, die auf professionelle Nutzung zielen. Es wird die Kommunikationsvernetzungsplattform für viele professionelle Dienste sein."

Prof. Hans Schotten, TU Kaiserslautern

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