Mieten statt kaufen

Diese Vorteile haben Auto-Abos und Leasing-Verträge

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Ein Auto mieten - ob im Abo oder per Leasing-Vertrag: Für immer mehr Menschen ist das eine Alternative zum Auto-Kauf. Tatsächlich wird erwartet, dass die Zahl der Auto-Abos von 40.000 im Jahr 2020 auf eine Million im Jahr 2030 steigen wird. Doch worauf muss man achten, damit solche Verträge nicht zur Kostenfalle werden?

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So funktioniert Leasing

Beim Leasing geht der Kunde eine Art Langzeitmietvertrag für das Auto ein. Das heißt, man zahlt monatlich eine Gebühr für die Nutzung des Autos. Eigentümer des Autos bleibt der Leasinggeber, der Leasingnehmer ist lediglich Besitzer. In den meisten Fällen liegt die Leasingdauer zwischen zwei und vier Jahren. Steuern, Versicherung und sämtliche Betriebsausgaben werden normalerweise vom Kunden übernommen.

Allerdings bieten viele Händler auch Servicepauschalen an, die den monatlichen Preis dann aber erhöhen. Hier sollte man genau nachrechnen, ob sich das wirklich lohnt. Wichtig: Es gibt in der Regel keine Möglichkeit, vorzeitig aus einem Leasingvertrag auszusteigen! Als Kunde sollte man sich also überlegen: Ermöglicht meine Einkommenssituation auch über die nächsten Jahre die Raten für den Leasingvertrag?

Zwei Leasingoptionen auf dem Markt

Es gibt zwei verschiedene Leasingarten. Beim sogenannten Kilometerleasing vereinbart man eine bestimmte Laufleistung. Zu viel oder zu wenig gefahrene Kilometer werden am Ende der Vertragslaufzeit in Rechnung gestellt bzw. erstattet.

Beim Restwertleasing wird der geschätzte Wert des Autos bei Rückgabe vertraglich festgelegt. Ist der tatsächliche Wert dann niedriger, zum Beispiel durch Preisschwankungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt oder durch Schäden, die während der Leasingzeit entstehen, muss der Kunde die Differenz zahlen. Fachleute raten von dieser Leasingart ab, da die finanziellen Risiken kaum abzuschätzen sind.

Auf versteckte Kosten achten

Um mit möglichst niedrigen monatlichen Raten werben zu können, verstecken viele Anbieter bestimmte Kosten. Besonders häufig: Einmalige Sonderzahlungen bei Vertragsbeginn. Das sind häufig 20 bis 25 Prozent des Kaufpreises des Wagens, also mehrere tausend Euro. Wenn man die nicht ausgeben will oder kann, bleibt ein Null-Leasing ohne Sonderzahlung, dann steigen die monatlichen Raten aber auch entsprechend.

Ein Auto mieten? Für immer mehr Menschen in Deutschland eine Option. (Foto: SWR)
Ein Auto mieten? Für immer mehr Menschen in Deutschland eine Option.

Richtig kalkulieren von Beginn an

Ein Tipp, um möglichst gute Konditionen auszuhandeln: Lassen Sie sich zunächst ein Angebot für den Kauf des Fahrzeuges machen und bitten sie den Händler, einen Preis mit allen Rabatten auszuweisen. Dann lassen Sie sich auf Basis dieses Preises eine Leasingangebot erstellen und bei ihrer Hausbank ein Finanzierungsangebot. So haben Sie Vergleichszahlen und können nachrechnen, was am günstigsten ist. In die Kalkulation sollte auch mit einfließen, dass Leasingfahrzeuge in der Regel Vollkasko versichert werden müssen.

Egal welche Leasingart man wählt, das Fahrzeug sollte pfleglich behandelt werden. Denn bei Vertragsende wird durch einen Gutachter geprüft, welche nicht gebrauchstypischen Schäden vorliegen, und der Kunde muss die Reparatur dann bezahlen.

Das Auto-Abo deckt Kosten ab - mit höheren Raten

Beim Auto-Abo handelt es sich im Grunde um ein Kurzzeitleasing – meist zwischen einem und sechs Monaten. Allerdings sind dabei die Betriebskosten wie Steuern, Versicherung und Verschleißteile im Preis enthalten. Nur Treibstoff bzw. Strom müssen vom Kunden bezahlt werden.

Die monatlichen Raten liegen hier deutlich höher als beim Leasing. Kleinwagen gibt es ab etwa 300 Euro pro Monat. Bei höherwertigen Fahrzeugen liegt die monatliche Rate schnell im vierstelligen Bereich. Auch hier sollten Verbraucher nach versteckten Kosten schauen. Viele Anbieter fordern eine Aufnahmegebühr, um überhaupt ein Abo abschließen zu können. Häufig ist auch die Kilometerleistung, die im Preis enthalten ist, sehr niedrig angesetzt. Ein Nachteil gegenüber dem Leasing: das Fahrzeug kann meist nicht individuell konfiguriert werden. Auch sollte man genau schauen, ob das gewünschte Auto in der Nähe verfügbar ist. Einige Anbieter schränken auch den Kundenkreis durch ein Minimal- bzw. Maximalalter ein.  

Interessant kann ein Abo für jemanden sein, der nicht ständig ein Auto benötigt oder einfach mal einen bestimmten Fahrzeugtyp, zum Beispiel eine E-Auto, auf seine Alltagstauglichkeit testen möchte. Auch hier wichtig: Schäden, die der Abonnent verursacht, müssen am Ende der Laufzeit bezahlt werden.

Viele Automobilclubs - wie hier der ADAC - bieten ihren Mitgliedern Vertragschecks an, wenn es um Leasing- oder Abo-Optionen geht. (Foto: SWR)
Viele Automobilclubs - wie hier der ADAC - bieten ihren Mitgliedern Vertragschecks an, wenn es um Leasing- oder Abo-Optionen geht.

Abo und Leasing im Vergleich

Sowohl beim Leasing als auch beim Auto-Abo hat man die Möglichkeit, ein neues Auto zu fahren, ohne den Gesamtpreis zahlen oder finanzieren zu müssen. Hat man bspw. Geld gespart, steht das für andere Investitionen zur Verfügung. Im Gegensatz zu einem Gebrauchtwagen oder älterem Auto, muss man auch nicht mit Reparaturkosten für Verschleißteile rechnen. Beim Auto-Abo sind die in der Rate eingeschlossen und Leasingfahrzeuge werden normalerweise vor Ablauf der Garantiezeit zurückgegeben.

Ein weiterer Aspekt, der angesichts der Verkehrswende interessant ist: Ab 2030 dürfen in der EU schrittweise keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Fachleute gehen davon aus, dass dadurch auch ein Wertverlust von solchen Fahrzeugen miteinhergeht. Hat man sein Fahrzeug jedoch geleast oder nutzt ein Auto-Abo, trägt der Leasing- bzw. Abo-Anbieter das Risiko des Wertverlustes.

Und noch ein Tipp: Die großen Automobil-Clubs bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, einen Leasing- oder Abo-Vertrag überprüfen zu lassen.
Bei beiden Mietmodellen gilt: sehr genau auf das Kleingedruckte achten und sorgfältig nachrechnen, damit die Freude am neuen Auto nicht zum Totalschaden wird.

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