Lithium-Ionen-Akkubrände sind Kettenreaktionen

Darum können Akkus in Brand geraten

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Sie erhalten unsere Handys am Leben und bringen Staubsaugerroboter und Rasierapparate zum Laufen: Akkus, unverzichtbare Begleiter in unserem Alltag. Doch wussten Sie, dass Akkus auch Brände verursachen können?

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Was passiert bei einem Akku-Brand?

Akku-Bränden folgen alle einem gleichen Muster, so die Erfahrung von Andreas Schwarzhof, Brandermittler beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz: Ein Akku erhitzt sich. In fast allen Fällen sind es externe Gründe, die so einen Brand entstehen lassen. Externe Faktoren können Beschädigungen, extreme Hitze oder auch Kälte sein. Dabei bilden sich im Akku Gase, die ihn aufblähen und sich gegebenenfalls beim Entweichen entzünden.

Ein üblicher Lithium-Ionen-Akku ist aus mehreren Batteriezellen aufgebaut. Jede einzelne dieser Zellen besteht aus mehreren, eng gewickelten Schichten von Pluspolen und Minuspolen, nur getrennt durch eine hauchdünne Folie, dem sogenannten Separator. Wird diese Schicht beschädigt, zum Beispiel durch einen Stoß oder durch hohe Temperaturen, kann es zu einem Kurzschluss kommen. Dann entstehen Gase, die sich entzünden. Der Akku geht in Flammen auf.

Die häufigsten Defekte entstehen am Gehäuse von Akkus. Beschädigungen führen dazu, dass die Separatoren im Innern des Akkus nicht mehr geschützt sind und dann ebenfalls beschädigt werden. Ist der Akku großer Hitze ausgesetzt, können die Isolationsschichten ebenso Schaden nehmen wie bei zu großer Kälte. Welche Temperatur-Bereiche ein Akku verträgt, ist in der Regel in den Herstellerangaben zu finden. Meist liegt sein "Wohlfühl-Bereich" zwischen 0 und 40 Grad (Celsius).

Wird ein Handy oder E-Bike-Akku im Sommer im heißen Auto gelagert, kann das also durchaus zu Problemen führen. Und im Winter fallen Temperaturen in Lagerräumen und Garagen oftmals unter 0 Grad. Ist der E-Bike-Akku in solchen Situationen nicht geschützt, kann er Schaden nehmen und jedes weitere Laden wird zum Glücksspiel.

Akku laden
Am besten werden nur Original-Ladegeräte passend zum Akku benutzt, die die richtige Spannung haben und vor Akkuschäden schützen können.

Welche Warnhinweise gibt es?

Ein Akkubrand entsteht schnell und doch gibt es eindeutige Vorzeichen. Ein heißer Akku kann ein Hinweis auf so einen bevorstehenden Brand sein. Manche Akku-Gehäuse fangen an, sich zu verformen, blähen sich auf. Die im Akku entstehenden Gase kann man dann sogar riechen.
Gibt es Hinweise auf einen bevorstehenden Akkubrand, ist Vorsicht geboten. Informieren Sie die Feuerwehr. Denn: Fängt ein Akku tatsächlich Feuer, lässt der sich nicht so leicht löschen.

Wie kann ich mich schützen?

Beim Kauf eines E-Bikes sollte man immer auf die Qualität des Akkus achten. Markenprodukte sind in der Regel sicher. Sie haben ein sogenanntes Batterie-Management-System, kurz BMS. Das ist eine Elektronik, die Temperatur und Ladezustand überwacht und rechtzeitig Ladevorgänge abbricht oder gar nicht erst zulässt.

In der Regel sind solche Akkus so konstruiert, dass sie nur mit einem bestimmten Motorsystem – nämlich dem des Herstellers – betrieben werden können. Es kann nicht jeder beliebige Akku in jedes beliebige Fahrrad verbaut werden.

Vorsicht bei Schnäppchenangeboten: Wer ein E-Bike für unter 1.200 Euro angeboten bekommt – samt Akku und vielleicht sogar noch einem Ersatz-Akku – sollte erstmal skeptisch sein.

Aber auch Marken-Akkus müssen richtig behandelt werden. Bei Transport und Aufbewahrung gilt: Am besten geschützt ist der Akku im Fahrrad.

Vorsicht ist auch in den Wintermonaten geboten. Besonders bei längerer Nichtbenutzung sollten Sie darauf achten, dass der Akku nicht zu warm oder zu kalt lagert und sich nicht vollständig entleert.

Außerdem gilt: Auch durch ein falsches Ladegerät kann ein Akku Schaden nehmen. Wenn eine zu hohe Spannung am Ladegerät anliegt, der Akku also überladen wird, kann er sich erhitzen und dann sogar explodieren.

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Autor/in
SWR Fernsehen