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Exotische Früchte im Supermarkt sind eine vertraute Angelegenheit. Avocados gehören dazu und gelten als besonders gesund. In der veganen Küche sind sie fester Bestandteil. Als Superfood stehen sie auf dem Speiseplan ernährungsbewusster Trendsetter. Doch sie haben einen bitterem ökologischen Beigeschmack.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Seit Jahren steigt der Konsum von Avocados auch hierzulande an: So ist die Einfuhr dieser Früchte von 19.000 Tonnen im Jahr 2008 auf knapp 94.000 Tonnen im Jahr 2018 angestiegen. Die meisten Früchte kommen aus Übersee. In Peru, Chile und Mexiko befinden sich weltweit die größten Anbaugebiete. Das hat weitreichende ökologische Folgen.

Was Avocados zum Problem macht

Zahlreiche Avocados auf einem breiten Transportband (Foto: SWR)
Der weite Transportweg der Avocados bis zu uns ist eines der gravierenden Probleme.
  • Rund 10.000 Kilometer legt die Avocado zurück bis sie in unserem heimischen Supermarkt landet.
  • Dabei entsteht eine Menge CO2, egal ob die Frucht verschifft oder mit dem Flugzeug transportiert wird.
  • Für zwei Avocados werden bis zu 1.000 Liter Wasser verbraucht.
  • Wasser, welches an anderer Stelle fehlt, wird zum existentiellen Problem für die Menschen der Anbauländer.

Die Wasserknappheit in den Herkunftsländern der Früchte hat Folgen: In Chile veröden ganze Landstriche. Flüsse trocknen aus, weil das Wasser zur Kultivierung von Avocado-Plantagen abgezweigt wird. Es entstehen Wüstenlandschaften. Der Landbevölkerung wird die Existenzgrundlage entzogen.

Der Hunger nach Avocados in unserem Wirtschaftsraum lässt in Übersee Monokulturen wachsen. Die schädigen dort die Umwelt, weil die angebauten Avocados anfällig für Schädlinge sind und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssen. Deswegen sollte man beim Verzehr von konventionell angebauten Avocados die Früchte waschen. Zwar hat die Avocado eine harte Schale, doch können beim Schneiden Pestizid-Rückstände ins Fruchtfleisch gelangen.

Am besten greift man zu Bio-Avocados, die gelten als pestizidfrei und wachsen nicht in Monokulturen. Aber auch eine ökologisch angebaute Avocado hat einen exorbitant hohen Wasserverbrauch.

Avocado-Kulturen in Südamerika (Foto: SWR)
Extremer Verbrauch an ökologischen Resourcen: Avocado-Kulturen in Südamerika.

Sollte der Avocado-Boom abebben, werden die Landwirte in Süd- und Mittelamerika die ökonomischen und ökologischen Folgen zu tragen haben.

Was Avocados auszeichnet

Vegetarier und Veganer schwören auf das gesunde Lifestyle-Produkt Avocado. Neben Vitaminen und Nährstoffen enthält sie vor allem vielfach ungesättigte Fettsäuren. Sie ist ein exzellenter Energielieferant.

Eine Avocado hat einen sehr hohen Fettanteil, fast so viel wie Sahne. Deshalb war sie auch in der Vergangenheit in Verruf geraten, bis Ernährungswissenschaftler das Potential der "ungesättigten Fettsäuren" entdeckten. Seitdem ist der Siegeszug der Avocado ungebrochen.

Welche Alternativen es zu Avocados gibt

An der miserablen Ökobilanz der Avocado ist wenig zu ändern, aber es gibt Alternativen:

  • Olivenöl enthält ebenfalls eine hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
  • Der Walnuss werden gleiche Qualitäten zugesprochen wie der Avocado, bei wesentlich besserer Öko-Bilanz.

Verbraucherzentralen sehen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht keinen Grund vermehrt Avocados zu essen.

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