Wertvolle Rohstoffe recyceln

So werden alte Handys richtig entsorgt

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Fast 200 Millionen alte Smartphones und Handys liegen ungenutzt in deutschen Schubladen und Kellern. Doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. In den seltensten Fällen werden sie ausgetauscht, weil sie kaputt sind.

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Der Durchschnittsdeutsche nutzt sein Smartphone nur rund zwei Jahre und kauft dann ein neues. Entweder weil es eine bessere Kamera hat als das alte, der Akku nachlässt oder neue weiterentwickelte Modelle locken. 

Das sollte man mit alten Handys machen

Am Nachhaltigsten ist es, das Smartphone so lange es funktioniert selbst zu nutzen oder es zu verkaufen. Dadurch werden wesentlich mehr Rohstoffe eingespart, als beim Recycling zurückgewonnen werden können. In den Handys stecken seltene Erden, deren Abbau viele Umweltprobleme mit sich bringt. Sie können zudem nicht recycelt werden, weil das bislang zu kompliziert und teuer ist.

Wer alte Handys falsch entsorgt, sie beispielsweise in den Restmüll wirft, riskiert eine Strafe von bis zu 2.500 Euro.
Kommunale Recyclinghöfe haben extra Handy-Container zum Entsorgen. Auch größere Online-Shops und Händler ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern müssen die Altgeräte kostenlos entgegennehmen.

Vom NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) und der Deutschen Umwelthilfe gibt es im ganzen Land Handy-Sammelboxen. Wer sein Altgerät hier entsorgt, spendet gleichzeitig. Die Smartphones, die hier landen, werden nach Möglichkeit repariert und bekommen durch den Weiterverkauf ein zweites Leben geschenkt.

Der Erlös des Verkaufs fließt in Umweltschutzprojekte. Sind die Handys irreparabel, werden sie zerkleinert und die Rohstoffe so weit als möglich recycelt. Auf der Internetseite "Müll nicht rum" des Landes Rheinland-Pfalz kann man sich informieren, wo es die Abgabestationen von NABU und der deutschen Umwelthilfe gibt.

Darum ist es wichtig, Handys zu recyceln

In den 200 Millionen Handys und Smartphones, die in Deutschland ungenutzt herumliegen, stecken nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe rund 6.000 kg Gold, 61.000 kg Silber und 3.300.000 kg Kupfer. Das sind wichtige Rohstoffe, die gut recycelt werden können und neues Material ersetzen.

Der Abbau dieser Rohstoffe ist äußerst umweltschädlich. Oft unwiderbringlich wird Lebensraum von Mensch und Natur zerstört, beispielsweise in afrikanischen Naturschutzgebieten. Minenarbeiter müssen häufig unter prekärsten Verhältnissen arbeiten und bekommen in Folge dieser Arbeit schwere gesundheitliche Probleme.

Die Profite aus dem Verkauf der Edelmetalle fließen außerdem teilweise in die Finanzierung bewaffneter Gruppen, die mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden.

Je mehr dieser Ressourcen durch Recycling gewonnen werden, umso weniger finanzieren unsere Handys solche Konflikte. Während in einer Tonne Gold-Erz nur rund fünf Gramm Gold enthalten sind, enthält eine Tonne Handys rund 250 Gramm Gold. Recyceln lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht.

So entferne ich sicher alle Daten

Egal ob vor Weiterverkauf oder Recycling: Man sollte sicher gehen, dass die eigenen Fotos oder Telefonnummern nicht in falsche Hände geraten. Dazu Sim-Karte und Speicherkarte entfernen und das Handy auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Doch auch dann könnten die Daten theoretisch wiederhergestellt werden.

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Wer ganz sicher gehen will, sollte sich eine Lösch-App installieren und anwenden, die geht gründlicher vor und die Daten sind danach wirklich entfernt.

Fazit

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