STAND

Die Deutschen sind Feuer und Flamme für Kaminöfen. Rund 11 Millionen Öfen sorgen bei uns für wohlige Wärme und Romantik. In Rheinland-Pfalz sind es insgesamt 650.000.

Video herunterladen (12 MB | MP4)

Ab 1. Januar 2021 gelten neue Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid, festgelegt in der Bundesimmissionsschutzverordnung 2015 – und dann ist der Ofen aus für 250.000 ältere Modelle in Deutschland.

Alle Öfen, deren Baujahr zwischen 1985 und 1994 liegt und die nicht den erforderlichen Nachweis 4g/m³ CO und 0,15 g/m³ Staub erbringen und beziehungsweise oder die erste oder zweite Stufe der 1.BimschV (Bundesimmissionsschutzverordnung) erfüllen, müssen bis Ende des Jahres ausgetauscht oder nachgerüstet werden.

Öfen, die bis 2010 hergestellt wurden, haben noch eine Galgenfrist bis Ende 2024.  Auf dem Typenschild des Ofens stehen neben der Marke und dem Modell auch das Baujahr, manchmal etwas verschlüsselt in der Herstellernummer, sowie die KW-Zahl.

Frau vor Kaminofen (Foto: SWR)

Auf der Internet-Seite "www.cert.hki-online.de" sind viele Öfen gelistet, dort kann man nachschauen, ob die erforderlichen Grenzwerte eingehalten werden. Außerdem lohnt es sich, den Schornsteinfeger nachmessen zu lassen, denn manche älteren Öfen erfüllen sogar die Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung!

Darum sind Kaminöfen schädlich

Holzfeuerungsanlagen verursachen einen hohen Ausstoß an Feinstaub und an anderen Schadstoffen, etwa organischen Verbindungen aus einer unvollständigen Verbrennung. Einige dieser Stoffe, vor allem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), sind Krebs erzeugend.

Schornstein auf Hausdach emmitiert Qualm und Feinstaaub (Foto: SWR)
Alte Kaminöfen sind wahre Umweltverschmutzer.

Die Emissionen an gesundheitsschädlichem Feinstaub aus Holzfeuerungsanlagen in Haushalten und im Kleingewerbe sind in Deutschland bereits heute insgesamt höher als die aus den Motoren von Pkw und Lkw.
(Quelle: Bundesumweltministerium)

Bereits seit 2018 dürfen Öfen, die vor 1985 gebaut werden, nicht mehr benutzt werden. Seitdem sind die Emissionen durch Kaminöfen schon um ein Drittel gesunken. Wer seinen Ofen trotzdem weiter betreibt, riskiert eine hohe Geldstrafe (bis 50.000 Euro).

Ausgenommen davon sind:

  • "Oldtimer", die eher einen dekorativen Zweck haben und nur wenige Male im Jahr angeheizt werden.
  • Offene Kamine.
  • Grundöfen (mit gemauerten Zügen)
  • Wenn die Feuerstätte als einzige Heizquelle dient, es also keine Zentralheizung oder ähnliche Primär-Energiequelle gibt
  • Holzbefeuerte und nicht gewerblich genutzte Küchenherde und Badeöfen

So kann man Schadstoffe reduzieren

Feinstaubfilter

Um den Ausstoß schädlicher Stoffe zu reduzieren, kann ein Feinstaubfilter eingebaut werden. Er kostet rund 1.600 Euro. Daher lohnt sich der Einbau für ältere Öfen kaum, außer etwa bei fest verbauten Kachelöfen oder Kamineinsätzen, die unter Umständen individuell angefertigt wurden. Der Einbau an der Schornsteinmündung oder am Abgasrohr ist aufwendig, denn man benötigt zum Betrieb einen Stromanschluss.

Moderne Öfen

Besser ist es also, in einen modernen Ofen zu investieren. Er heizt mit nur einem Holzscheit eine Stunde lang, während man in alten Öfen dafür drei Scheite verfeuern musste. Das spart Geld und ist besser für die Umwelt. Ein moderner Kaminofen kostet im Schnitt 3.500 bis 4.000 Euro. Allerdings ist ein noch so moderner Ofen nichts wert, wenn man ihn falsch bedient.

Richtiges Heizen

Schornsteinfeger raten dazu, den Ofen nicht allzu oft anzuzünden, sondern nur zu besonderen Anlässen oder in der Übergangszeit, wenn die Heizung noch nicht läuft.

  • In der Landeshauptstadt Mainz gilt außerdem eine Obergrenze von 40 Stunden pro Monat für die Nutzung von Kaminöfen.
  • Wichtig ist auch, trockenes Holz zu verwenden, das nicht so stark qualmt.
  • Am besten eignet sich Buchenholz.
  • Zeitungspapier zum Anzünden gehört nicht in den Ofen.
  • Beim Anfeuern immer zuerst die großen Holzscheite unten schichten, dann Anfeuerholz obendrauf und den Anzünder hineinsetzen. So ist die Rauchentwicklung ist deutlich geringer.

Wichtig ist es auch, nicht zu viel Brennstoff aufzulegen, sondern öfter nachzulegen und darauf zu achten, dass das Holz ausreichend mit Verbrennungsluft versorgt ist.

Wer eine Glasscheibe am Ofen hat, sollte ein sauberes Flammenbild sehen. Wenn es vor sich hin schwelt, ist die Feuerraumtemperatur zu niedrig, somit findet keine vernünftige Verbrennung statt und die Rauchentwicklung und damit auch der Schadstoffausstoß sind deutlich höher.

Fazit

Bundesimmissionsschutzverordnung Kaminöfen: Neue Schadstoffgrenzwerte lassen Feuer ausgehen

Wenn’s draußen kalt und nass wird, soll es drinnen kuschelig und warm sein, gerne auch an einem Kamin- oder Kachelofen. Doch viele Öfen werden in diesem Jahr wohl zum letzten Mal angeheizt.  mehr...

So funktioniert es Kaminöfen mit dem richtigen Holz ohne viel Geruch befeuern

Kaminöfen sind für die einen pure Gemütlichkeit, für die anderen ein Ärgernis. Jetzt werden sie wieder angefeuert und verbreiten einen leichten bis stärkeren Holzgeruch - und nicht nur das.  mehr...

Strengere Feinstaubregeln Was nun für ältere Kaminöfen gilt

Kaminöfen sind seit Jahren schwer im Trend. Für ältere Öfen ist zum Jahresanfang nun die Betriebserlaubnis ausgelaufen. Sie müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN