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Die zweite Welle hat Rheinland-Pfalz getroffen, doch nicht nur körperlich verlangt die Krise einiges von uns ab. Lockdown, Abstand halten und die allgemeine Ausnahmesituation belasten die Menschen auch psychisch, auch wenn viele recht zuversichtlich in die Krise gestartet sind.

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Diese Beratungs- und Hilfsangebote gibt es:

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es Anlaufstellen:

Frau sitzt auf Bank (Foto: SWR)
Die Corona-Krise stellt für viele Menschen eine neue Herausforderung dar. Finanzielle, soziale und familiäre Sorgen können die Psyche belasten.

Allgemein gilt:

Es gibt eine Mischung von belastenden Faktoren bei der Corona-Pandemie: Das eine ist die Angst um die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familienangehörigen. Teilweise werden Menschen sogar stigmatisiert und mit Vorwürfen konfrontiert wie: "Warum hast du dich nicht vorsichtiger verhalten, wie kann das sein, dass du jetzt krank bist?"
Noch mehr ins Gewicht fallen Belastungen durch existenzielle Nöte, wenn der Job plötzlich gefährdet ist. Viele Menschen machen sich große Sorgen, wie es beruflich weiter geht.

Ein Grund für Anspannung und Stress ist allgemein der Kontrollverlust in der Ausnahmesituation. Viele reagieren darauf mit Schlafstörungen, Nervosität, Gereiztheit. Die Menschen machen sich mehr Sorgen, die Stimmung wird allgemein schlechter.

Diese Personen sind besonders stark betroffen

Im Großen und Ganzen alle, aber besonders unter Druck stehen die Menschen, die aufgrund der Krise ihren Beruf verlieren und teilweise vor existenziellen Nöten stehen.

Eine weitere betroffene Gruppe ist tatsächlich die jüngere Generation Menschen, die zurzeit nur schwer eine schulische und berufliche Perspektive entwickeln können. Die Belastung hier entsteht durch die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie es weiter geht, nicht planen zu können. Junge Menschen zwischen 17 und 28 leiden auch anders und mehr darunter, nicht mehr ihrem Freizeitleben nachkommen können.

Ebenfalls betroffen und stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind die älteren Menschen, die gesundheitlich besonders gefährdet sind. Durch die Corona-Maßnahmen sind sie isolierter als vorher.

Was man tun kann, um sich zu entlasten

Wichtig ist, erstmal zu gucken, was belastet gerade besonders? Was davon kann man vielleicht verändern. Und welche Dinge helfen dabei, dass es einem besser geht.

Es kann hilfreich sein zum Beispiel viel raus zu gehen oder sich mit anderen Menschen auszutauschen. Manchmal hilft es auch, weniger soziale Medien zu besuchen und sich nicht dauernd neuen Meldungen und Nachrichten auszusetzen, um so bewusst Abstand nehmen.

Wenn gar nichts mehr geht, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Das Problem dabei: Die Praxen sind überlaufen, Therapieplätze rar und Wartezeiten entsprechend lang. Schon vor der Krise lag die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz in Rheinland-Pfalz bei fünf Monaten. Ein Lichtblick dabei: In Rheinland-Pfalz sind unabhängig von Corona 50 neue Praxen dazugekommen, die auf ein wenig Entlastung der Situation hoffen lassen. Und nicht jeder, der psychisch belastet ist, braucht direkt einen Therapieplatz, denn oft hilft schon ein Beratungsgespräch bei einer Hotline, oder das unverbindliche Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin.

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