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Wer gebrauchte Haushaltsgeräte kauft, mag an die Umwelt denken oder will Geld sparen. Damit es nicht bei der guten Absicht bleibt, sollte man sich vorab gut informieren.

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Wenn die Waschmaschine schlapp macht oder man wegen eines Umzugs einen neuen Kühlschrank braucht, kann das ganz schön ins Geld gehen.

Hier kann man gebrauchte Haushaltsgeräte kaufen

Geschäfte mit Second-Hand-Ware gibt es nur noch selten. Die meisten professionellen Händler verkaufen Gebrauchtgeräte im Internet.

Seriöse Anbieter haben die Geräte generalüberholt und bieten sie entweder mit einem oder zwei Jahren Gewährleistung an. Auch private Verkäufer nutzen mit Ebay und Co. vor allem das Internet, seltener die Zeitung. Sie können jegliche Gewährleistung ausschließen.

Darauf sollten Käufer gebrauchter Haushaltsgeräte achten

Laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sind Waschmaschinen und Trockner oft langlebig und eignen sich deshalb gut für den Gebrauchtkauf. Bei Spülmaschinen hingegen sieht es anders aus:

Rechtsanwältin Jennifer Kaiser aus Mainz (Foto: SWR)
Rechtsanwältin Jennifer Kaiser aus Mainz ist als Beraterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz tätig.

"Bei Spülmaschinen ist das schon kritischer, weil die Elektronik sehr sensibel ist. Da kann es passieren, dass just in dem Moment wo man sich die gebrauchte Maschine anschafft, Probleme auftreten."

Bei gebrauchten Kleingeräten ist der finanzielle Verlust nicht so hoch, falls sie kurz nach Kauf kaputt gehen.

Teurere Anschaffungen sollte man jedoch genau prüfen. Der Kauf gebrauchter Haushaltsgeräte ist zudem nicht unbedingt nachhaltiger als der von Neuware.

Zwar vermeidet man damit eine Neuproduktion, die viel Energie und Rohstoffe kostet, dafür kann der Energieverbrauch der alten Geräte deutlich höher sein, warnt die Verbraucherzentrale.

Öko-Institut e.V. hat genau untersucht, wann man ein altes Gerät weiter nutzen sollte und ab wann der Austausch nachhaltiger ist.

  1. Bei Geräten mit den Energieeffizienzklassen A + bis A+++ lohnt es sich, sie zu nutzen bis sie nicht mehr funktionieren.
  2. Bei allem was tiefer eingestuft ist, also Energieeffizienzklasse B, C oder D hat, kann es nachhaltiger sein, das Gerät zu entsorgen und ein neues zu kaufen.

Beim Kauf von Händlern empfiehlt es sich, generalüberholte Geräte zu kaufen. Diese wurden gereinigt, überprüft und mangelhafte Teile ausgetauscht.

Beim Kauf von Privatleuten gibt es diesen Service nicht, man kann kaum herausfinden, ob Teile im Inneren eventuell verschlissen sind und das Gerät deshalb bald kaputt geht.

  • Nach Möglichkeit sollte man sich jedoch den Kaufbeleg zeigen und das Gerät vorführen lassen.
  • Wenn das nicht vor Ort geht, zumindest per Videotelefonie.
  • Wie oft die Maschine gelaufen ist, gibt Hinweise auf einen eventuellen Verschleiß: In einem Acht-Personen-Haushalt ist eine Maschine wahrscheinlich deutlich häufiger genutzt worden als bei einem Single.
  • Manchmal gibt es auch noch Garantien der Hersteller, die man auf sich noch übertragen lassen kann.

Diese Rechte haben Käufer gebrauchter Haushaltsgeräte

Gewerbliche Händler müssen normalerweise zwei Jahre Gewährleistung geben, können das jedoch auf ein Jahr verkürzen. Wenn es zu einer Reklamation kommt, hat man gegenüber dem Verkäufer einen Anspruch auf Reparatur oder Austausch. Wenn er das jedoch beispielsweise aus unverhältnismäßigen Kostengründen ablehnt, kann man den Rücktritt vom Vertrag erklären. Dann muss man die gebrauchte Maschine zurückgeben und bekommt den Kaufpreis erstattet.

Kaufvertrag wird unterschrieben (Foto: SWR)
Wer voher an einen Kaufvertrag denkt, hat nachher, im möglichen Streitfall, die besseren Karten.

Private Verkäufer können jegliche Gewährleistung ausschließen. Für Mängel müssen sie dann in der Regel nicht mehr haften. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte ein schriftlicher Kaufvertrag abgeschlossen werden.

Fazit

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