Suspektes Sammelsurium an Schwebstoffen

Was in Hausstaub alles drin steckt

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Auf einem Quadratmeter fallen pro Tag durchschnittlich sechs Milligramm Staub. Nach einer Woche können wir den Staub auf Oberflächen deutlich wahrnehmen. Aber nicht, was alles drin steckt.

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So entsteht Hausstaub

Hausstaub sieht auf den ersten Blick gleichförmig grau aus. Tatsächlich besteht er jedoch aus vielen kleinsten Teilchen unterschiedlicher Herkunft.

  • Den größten Teil des Hausstaubs verursachen wir Menschen selbst mit Hautschuppen und Haaren.
  • Hinzu kommt Abrieb von Schuhen, Kleidung oder auch Möbeln.
  • Dazu der Staub von draußen wie Pollen, Ruß von Verkehr und Industrie, aber auch Reifenabrieb oder Sand.
Hausstaub unter dem Mikroskop: Eine Vielzahl an Partikeln und Stoffen (Foto: SWR)
Hausstaub unter dem Mikroskop: Eine Vielzahl an Partikeln und Stoffen

Im Unterschied zum Feinstaub hat Hausstaub recht grobe Partikel, er verweilt deshalb nicht so lange in der Luft, fällt zu Boden und wird dort sichtbar. 

Dann kann Hausstaub gesundheitliche Probleme verursachen

Im Hausstaub befinden sich auch Rückstände von Druckertonern, Putzmitteln, Weichmachern, Pestiziden oder Baustoffen. Alles gesundheitsgefährdende Stoffe.

Über die Risiken beim Einatmen des Hausstaubs wird deshalb immer wieder diskutiert. Bei der Frage, ob etwas gesundheitsgefährdend ist, kommt es sowohl auf die Zusammensetzung als auch die Menge der Schadstoffe an. Normalerweise haben wir in Innenräumen keine gesundheitlich bedenkliche Schadstoffkonzentrationen.

Anders kann es sein, wenn bei Renovierungsarbeiten beispielsweise Asbestteilchen oder Parkettkleber mit Weichmachern durch die Luft gewirbelt werden. Hier heißt es aufpassen.

Das Wort "Hausstauballergie" ist irreführend, gegen den Staub selbst ist man nicht allergisch. Doch viele Menschen reagieren auf die in ihm enthaltenen Pollen oder auf die Ausscheidungen und die Körperreste der Hausstaubmilbe. Diese Spinnentiere sind zu klein, um sie mit dem bloßen Auge zu erkennen. Sie leben vorwiegend in Betten und Polstermöbeln.

Die Symptome der Hausstaubmilbenallergie treten vor allem in der Nacht und morgens auf, weil der Allergiker im Schlaf am stärksten den Allergenen auf der Matratze ausgesetzt ist. Typisch ist eine verstopfte, laufende Nase, Niesen, juckende Augen oder Husten. Wenn dagegen nichts getan wird, kann sich solch eine Allergie zu Asthma weiterentwickeln. Wer allergisch reagiert, sollte sich medizinisch beraten lassen, häufig das Schlafzimmer reinigen, spezielle Allergiker-Überzüge verwenden und gut lüften.   

Das kann man gegen Hausstaub tun

Vor dem Staubwischen immer für Durchzug sorgen, damit aufgewirbelte Körnchen nach draußen fliegen.

Hauswirtschaftsmeisterin Evi Tenner-Au aus Bobenheim-Roxheim  (Foto: SWR)
Hauswirtschaftsmeisterin Evi Tenner-Au aus Bobenheim-Roxheim weiß, wie man dem Hausstaub Herr wird.

Hauswirtschaftsmeisterin Evi Tenner-Au benutzt zum Staub wischen am liebsten Microfasertücher und Wasser. Das reicht aus. Wegen seiner feinen Struktur nimmt das Microfasertuch den Staub viel besser auf als ein Baumwolltuch.

Aggressive Reinigungsmittel vermeidet sie. Sprays erzeugen Aerosole in der Luft, die man einatmet. Andere Reiniger dringen mit dem Wasser in die Haut ein, beides ist gesundheitlich bedenklich und oft auch für die Umwelt schädlich. Die Goldene Regel der Hauswirtschaftsmeisterin: "Wischen von oben nach unten." Also zuerst Regale, Möbel, dann den Boden.

  • Beim Staubsaugen ist ein spezieller Feinstaubfilter vorteilhaft. Er hält auch kleine Partikel zurück und bläst sie nicht wieder hinten raus.
  • Nippes, viele Kissen, schwere Vorhänge, herumstehende Kuscheltiere rät sie zu vermeiden. Denn darin sammelt sich der Staub gerne an und verteilt sich von dort wieder im Raum.
  • Teppiche und Kissen sollten regelmäßig ausgeschüttelt werden, Sofas abgesaugt und Gardinen gewaschen werden. 
  • Weichspüler ist eine Allzweckwaffe gegen Staub. Beim Gardinen waschen wirkt er wie ein Schutzschild, genauso beim Staub wischen.
  • Ein paar Tropfen im Wischwasser wirken antistatisch, der Staub kann sich nicht mehr so leicht festsetzen.

Wer tagsüber die Fenster gekippt hat, lässt mehr Staub in die Wohnung. Deshalb: regelmäßig stoßlüften und dann wieder das Fenster schließen. 

Fazit

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SWR Fernsehen