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Im Frühjahr und Sommer leiden viele Menschen unter Allergien – vor allem gegen Pflanzenpollen. In den eigenen vier Wänden oder im Büro sollen Luftreiniger helfen, nicht nur Pollen, sondern auch Staub, kleine Partikel wie chemische Schwebstoffe oder Rauch aus der Luft zu filtern. Die Stiftung Warentest hat solche Geräte getestet.

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So funktionieren Luftreiniger

Das Prinzip ist bei allen Geräten dasselbe: Sie saugen die Raumluft an, ziehen sie durch verschiedene Filter und blasen die gereinigte Luft wieder heraus. Einige haben auch eine Ventilatorfunktion, sie können die Luft damit auch kühlen oder wärmen. Die gängigen Luftreiniger haben einen äußeren Filter, der große Staubpartikel oder Haare filtert, einen HEPA- oder Feinstaubfilter für kleinere Partikel wie Pollen und einen Aktivkohlefilter für feinste Partikel wie chemische Schwebstoffe oder Gerüche.

Darauf sollten Verbraucher achten

Die Stiftung Warentest hat sich die Geräte verschiedener Hersteller angeschaut. Im Labor überprüften die Tester, wieviele Pollen die Luftreiniger aus der Luft filtern. Das ist den meisten Geräten gut gelungen. Bei der Leistung der Feinstaub- und der Aktivkohlefilter unterscheiden sich die Geräte.

Innerhalb von 10 Minuten verschwanden 90 Prozent der Pollen aus dem Testraum. Ausserdem wurde getestet, wie gut die Geräte die Luft von Zigarettenrauch befreien. Etwa die Hälfte der Modelle filterte Rauchpartikel gut raus, jedoch nur mit neuen Filtern. Bei gebrauchten Filtern nimmt die Reinigungskraft deutlich ab.

Zigarettenrauch filtert die Häfte der getesteten Luftreiniger, aber nur mit neuen Filtern. (Foto: SWR)
Zigarettenrauch filtert die Häfte der getesteten Luftreiniger, aber nur mit neuen Filtern.

Zusätzlich wollten die Tester wissen, wie gut die Luftreiniger mit der Chemikalie Formaldehyd fertig werden. Der Stoff kann aus Möbeln oder Lacken ausdampfen und gilt als krebserregend. Hier waren die Ergebnisse überwiegend schlecht.

In der Anschaffung kosten die Geräte zwischen 250 und 450 Euro. Dazu kommen Folgekosten für die Filter, die gewechselt werden müssen, wenn sie verschmutzt sind. Einige Geräte zeigen an, wann es so weit ist. Je nachdem, wie oft und wie lange sie in Betrieb sind, müssen die Filter ein- bis zweimal jährlich gewechselt werden.

Testanordnung im Labor der Stiftung Warentest: Luftreiniger auf dem Prüfstand (Foto: SWR)
Testanordnung im Labor der Stiftung Warentest: Luftreiniger auf dem Prüfstand.

Die Kosten für neue Filter sind je nach Hersteller unterschiedlich. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät dazu, sich vor dem Kauf über die Kosten und Handhabung zu informieren.

Immer mehr Hersteller werben auch mit Geräten, die mithilfe von UVC Strahlen Bakterien und Viren abtöten sollen. Experten warnen jedoch davor, sich darauf zu verlassen, denn diese Geräte sind nicht ausreichend getestet.

Deshalb sind Luftreiniger nicht die alleinige Lösung

Luftreiniger können Allergikern helfen, die Luft in Wohnräumen zu verbessern. Das sei aber nur eine Maßnahme von vielen, betonen Allergologen. Zusätzlich sollten Kleidung häufig gewechselt werden und lüften solle man eher, wenn es draußen regnet.

Wird die Raumluft permanent durch Schimmel, Chemikalien oder Tierhaare belastet, kann auch ein Luftreiniger auf Dauer nicht helfen. Verbraucher sollten hier eher die Quelle der Schadstoffe beseitigen.

Fazit

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