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Umfragen zum Fleischverzehr in Deutschland ergeben immer wieder, dass die deutliche Mehrheit der Verbraucher bereit ist mehr zu bezahlen, wenn das Fleisch aus artgerechter Tierhaltung stammt.

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Mit der Umsetzung klappt es allerdings noch nicht so gut: Viele Verbraucher werden bei Billigangeboten immer wieder schwach. Verschiedene Siegel kennzeichnen eine artgerechte Haltung der Tiere und sollen bei der Kaufentscheidung helfen.

Die gängigsten Kennzeichnungsformen

Wichtig: Die Bezeichnung der Haltungsform ist kein Tierwohl-Label. Dafür fehlen verhaltens- und gesundheitsbezogene Parameter.

Achtung bei den Kategorisierungen:

  • Bei der Legehennenhaltung meint 0 die beste und 3 die schlechteste Kategorie.
  • Bei den Tierhaltungsformen der ITW - Initiative Tierwohl - ist 4 die beste und 0 die schlechteste Kategorie.
LegehennenhaltungHaltungsform der ITW (Rinder)Haltungsform der ITW (Schweine)Haltungsform der ITW (Hühner)Staatliches Tierwohl-Label (geplant zunächst nur für Schweine)
4seit 2010 gibt es bei uns keine Legehennen- Käfighaltung mehr.Noch mehr Platz, Enthornung nur im Ausnahmefall
und nur durch Tierarzt.
Premium (grün):
doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben, Stroh im Stall, ständigen Zugang zum Außenbereich.
14 Hühner pro Quadratmeter
zusätzliche Einstreu von Stroh, Holzspänen, Sand oder Torf in mindestens einem Drittel der Fläche.
91 Prozent mehr Platz,
freien Auslauf,
35 Tage Säugephase.
3Kleingruppen-
Käfighaltung.
Mindestens drei Quadratmeter im Laufhof,
Milchkühe über 350 Kilogramm mindestens fünf Quadratmeter Platz.
Außenklima:
40 Prozent mehr Platz, Kontakt mit frischer Luft,
gentechnikfreies Futter.
Ständiger Zugang
zum Außenklima-
bereich.
47 Prozent mehr Platz,
weiche, geschlossene Liegefläche,
28 Tage Säugephase,
Schwänze werden nicht kupiert.
2Bodenhaltung.Mindestens anderthalb Quadratmeter,
für Milchkühe ab 350 Kilogramm vier Quadratmeter,
nicht angebunden Laufstall oder Weide.
Stallhaltung plus:
für Schweine zehn Prozent mehr Platz, (entspricht einem DIN A4-Blatt),
etwas mehr Spielzeug.
23 Hühner pro Quadratmeter
Stroh im Stall,
Stroh und Picksteine zur Beschäftigung.
20 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben,
Bucht in Funktionsbereiche (Fressen, Schlafen, Spielen), Ferkel dürfen die ersten 25 Tage bei Mutter bleiben.
1Freiland-Haltung.

Vier Quadratmeter Auslaufläche,
Neun Hühner pro Quadratmeter im Stall.
Branchenübliche Haltung:
es gibt keine gesetzliche Vorschrift.
Stallhaltung:
gesetzlicher Mindestanspruch für Schweine:
0,75 Quadratmeter,
etwas zur Beschäftigung (Stroh, Holz oder Seile).
26 Hühner pro Quadratmeter.
0Bio-Haltung.

Vier Quadratmeter Auslauffläche,
sechs Hühner pro Quadratmeter im Stall.
Mann im Supermarkt, sucht in der Kühltheke nach Fleisch-Produkten (Foto: SWR)
Auf der Suche nach einem wertigen Fleisch-Produkt ist klare Kennzeichnung eine wichtige Entscheidungshilfe für Verbraucher.

Weitere Fakten rund um den Fleischverzehr

  • In den 60er Jahren wurden noch 40 Prozent des Einkommens für Essen ausgegeben, heute sind es gerade einmal 10 Prozent.
  • Im Jahr 2018 wurden weltweit 320 Millionen Tonnen Fleisch verzehrt. Berechnungen sagen für 2028 einen weltweiten Fleischverzehr von 360 Millionen Tonnen voraus. So viele Tiere können nicht wirtschaftlich und gleichzeitig artgerecht gehalten werden.
  • Während sich der Fleischkonsum in den letzten 20 Jahren weltweit mehr als verdoppelt hat, essen die Deutschen im Durchschnitt weniger Fleisch: Vor sechs Jahren wurden noch 66 kg pro Bundesbürger verzehrt, 2019 waren es 59 kg.
  • Alle Bundesbürger zusammen vertilgen allerdings immer noch 56 Millionen Schweine und 3,4 Millionen Rinder pro Jahr!
  • Laut dem Fleischatlas 2021 boomen in Deutschland die Fleisch-Ersatzprodukte (Soja, Weizenproteine): 2019 wurden 26.000 Tonnen verkauft. Das entspricht einem Umsatz von 273 Millionen Euro. Mit Fleisch wurden im diesem Jahr 40 Milliarden Euro umgesetzt.

Bessere Orientierung für Verbraucher Das Tierwohllabel kommt

Nach Einigung zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat das Bundeskabinett das sogenannte Tierwohllabel verabschiedet, das Orientierung beim Fleischeinkauf geben soll.  mehr...

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