Alle Vögel sind schon da

So gestalten sie ihren Garten vogelfreundlicher

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Ein naturnaher Garten voller Leben: Am Morgen begrüßt fröhliches Gezwitscher den neuen Tag. Eifriges Gezeter an der Futterstelle am Nachmittag und gegen Abend wird das Wasserbecken zum Treffpunkt. Wer auf vogelfreundliche Bepflanzung sowie geeignete Wasser- und Futterstellen achtet, kann Rotkehlchen, Zaunkönig und Co. bald zu Hause begrüßen.

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Ein vogelfreundlicher Garten ist strukturiert: Es beginnt mit unterschiedlichen heimischen Bäumen und Sträuchern, in denen sich die Vögel verstecken oder brüten können. Die Blüten locken im Frühling und Sommer Insekten an, im Herbst und Winter bieten sie wertvolles Vogelfutter.

Vogelfreundliche Bäume und Sträucher sind zum Beispiel:

  • Bäume: Nussbaum, Hainbuche, Apfel, Zwetschge, Kirsche, Mirabelle, Birne
  • Sträucher: Wildrose, Holunder, rote Heckenkirsche, Liguster, Sauerdorn, Kornelkirsche, Mehlbeere, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Faulbaum, Vogelbeere

Die heimischen Bäume und Sträucher locken nicht nur unterschiedliche Vogelarten an. Sie kommen auch mit dem Klimawandel besser zurecht als neue Züchtungen.

Sträucher giießen (Foto: SWR)
Die meisten heimischen Gewächse bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz und einen guten lockeren Boden.

Warum Blüten und nährstoffreiche Böden wichtig sind für Vögel

Auch blütenreiche Wiesen, deren Blumen Insekten anziehen und wertvolle Samen bilden, sind für Vögel wichtig. Hier bietet der Handel besondere "Singvogelmischungen" an. Die Aussaat solcher Mischungen ist einfach: Zuerst den Boden vorbereiten und das Unkraut entfernen. Dann die vorhandene Erde mit Sand vermischen und die Samen etwa zwei Zentimeter tief einbringen. Wichtig: Die Aussaat bis zur Keimung feucht halten.

Ebenso wichtig im vogelfreundlichen Garten sind nährstoffreiche Böden. In ihnen leben Tiere und Insekten, die Vögel gerne essen. Dazu gehören Regenwürmer, Schnecken, Ameisen und Käfer. Voraussetzung dafür ist ein konsequent giftfreier Garten. Gerade in der Brutzeit sterben Jungvögel, wenn sie mit vergifteten Insekten gefüttert werden.

So sieht ein guter Futterplatz für Amsel & Co. aus

Vögel benötigen mehrere Futterplätze, verteilt auf einer größeren Fläche. Liegen Futterstellen zu dicht beieinander, empfinden die Tiere Stress. Experten streiten noch über die richtigen Futterzeiten: Sollte man das ganze Jahr über füttern? Oder nur im Winter. Noch ist diese Frage nicht geklärt. Für das Vogelfutter jedoch gilt: Unterschiedliches Futter für die verschiedenen Arten.

  • Weiches Futter, wie Getreide, Äpfel oder Rosinen, für Amsel oder Star
  • Körnerfutter für andere Singvögel oder Wildtauben

Wichtig, damit sich Vögel wohlfühlen, sind außerdem Wasserstellen. Zum Baden, Trinken oder Insekten jagen. Die müssen nicht groß sein. Ein Teich zieht Vögel besonders an. In einem speziellen Vogelbad, gefüllt mit Sand, werden Vögel Milben im Gefieder los.

Wie Vögel auch Nistkästen und Schlupflöcher gut finden

Alte Bäume, in deren Höhlen Vögel nisten können, werden immer seltener. Auch Hausfassaden mit Schlupflöchern im Gebälk fehlen, da die Gebäude immer besser isoliert sind. Deshalb sind Nistkästen eine wichtige Hilfe.

Vogelhäuschen (Foto: SWR)
Jede Vogelart bevorzugt ein besonderes Eigenheim.

Spatzen leben gerne in Kolonien, deshalb hängt man für sie im besten Fall mehrere Nester nebeneinander. Im Handel sind außerdem spezielle Spatzenkästen für mehrere Tiere erhältlich. Hausrotschwänze und Rotkehlchen mögen Halbhöhlen. Nistkästen mit Löchern bevorzugen Meisen, Kleiber, Star und Dohle. In großen Röhren nisten Steinkäuze. Solche Nistplätze gibt es aus Holz oder auch Holzbeton. Der ist in der Regel langlebiger. Ebenfalls zu empfehlen sind Nistkästen, die leicht zu öffnen sind.

Ganz wichtig ist die Pflege der Kästen: Gebrauchte Nester müssen gesäubert werden, bevor sie neu bezogen werden können. Durch die Reinigung werden auch Milben entfernt, die zukünftigen Jungvögeln sonst gefährlich werden könnten.

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SWR Fernsehen