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Auch über die Ostertage werden die Kontaktverbote kontrolliert. Ordnungsämter und Touristikverbände appellieren an die Rheinland-Pfälzer sich an den vorgeschriebenen Mindestabstand zu halten und Menschenansammlungen zu vermeiden. Vorsorglich werden Parkplätze, Zugangswege zu verschiedenen touristischen Zielen sowie manche Wanderwege gesperrt.

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Die Sonne scheint, es ist warm und es sind Ferien. Da läge ein Ausflug ins Grüne wirklich nahe. Und genau deshalb sperren viele Gemeinden vorsorglich Wanderwege und Zugänge zu beliebten Ausflugszielen, damit es nicht zu Menschenansammlungen kommt.

Jede Kommune sperrt "anders"

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, gibt es in Rheinland-Pfalz nicht die Maßgabe, dass Gäste aus anderen Bundesländern nicht herkommen dürfen. Während Museen, Burgen und Gastronomie per Verordnung der Landesregierung schon geschlossen wurden, haben sich verschiedene Kommunen zu weiteren Beschränkungen entschlossen. Das Ausmaß der Beschränkungen ist sehr unterschiedlich.

Im Landkreis Mayen-Koblenz zum Beispiel werden die Zugänge zu manchen Wanderwegen - und die Wege selbst - gesperrt, andere sind offen. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich, aber unter anderem spielte die Benutzung der Wege in der Vergangenheit eine Rolle.

"Dazu kommt, dass manche Wege so schmal sind, zum Beispiel bei den Traumpfaden, dass die vorgeschriebenen Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten werden können. Deswegen gibt es unterschiedliche Bewertungen vor Ort."

Henning Schröder, Geschäftsführer von Rhein-Mosel-Eifel-Touristik
Hinweisschild Gesperrt (Foto: SWR)
Viele Wanderwege und Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz sind aktuell gesperrt und dürfen nicht betreten werden.

Gesperrte Sehenswürdigkeiten Wege und Zugänge im Land

So vielfältig wie die touristischen Angebote der Kommunen, so vielzählig die Maßnahmen. So sind zum Beispiel im Norden von Rheinland-Pfalz Sehenswürdigkeiten, wie die Festung Ehrenbreitstein, der Eifelturm in Boos, die Burg Eltz oder auch die Marksburg schon länger gesperrt. Auch die Loreley kann man zurzeit nicht besichtigen. Ebenso sind landesweit Camping und auch Wohnmobilabstellplätze gesperrt.
Die Verbote treffen auch die touristische Personenschifffahrt. Gründonnerstag ist traditionell der Saisonstart für Panorama- oder Eventfahrten auf dem Mittelrhein, aber nicht 2020.

Auch Attraktionen, wie die Hängebrücke Geierlay zwischen Mörsdorf und Sosberg sowie der Geysir in Andernach sind für Besucher geschlossen. Ebenso ist der bei Familien beliebte Kletterwald in Bad Marienberg zu. In der Pfalz sind die Burg Berwartstein, oder auch das Hambacher Schloss nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Rhein-Pfalz-Kreis ist das Gebiet um den beliebten Silbersee bei Bobenheim-Roxheim ab Gründonnerstag gesperrt.

Eine Alternative für einen Osterausflug wären Wanderungen. Nach Angaben des Westerwald-Touristik-Service, sind die Wanderwege im Westerwald offen. Auch auf dem Rheinsteig ist laut der Romantischen Rhein GMBH spazieren gehen erlaubt. Doch das ist nicht überall im Land der Fall.

Einzelne Wanderwege und Parkplätze sind gesperrt

Im Großen und Ganzen sind Wanderwege und Wälder für Besucher offen, doch es gibt regionale Beschränkungen zu beachten:

Moutainbiker im Pfälzer Wald zum Beispiel, weist die Pfalz Touristik darauf hin, dass die Touretappe, die durch Frankreich führt, abschnittweise gesperrt ist. Darüber hinaus gibt auch auf anderen Strecken im Pfälzer Wald Einschränkungen, allerdings wegen Sturmschäden. Im Landkreis Kusel werden über Ostern alle größeren Parkplätze an Sehenswürdigkeiten und an Zugängen zu Wanderwegen gesperrt. Die Kommunen werden an Ostern auch kontrollieren, ob die Sperrungen beachtet werden. Auch die Polizei wird landesweit mit 4.000 Einsatzkräften an beliebten Ausflugspunkten prüfen, ob die Bürger sich an die Vorgaben halten. 

Hinweis Abstand halten (Foto: SWR)
Alle Tourismusverbände der Regionen appelieren, dass der Mindestabstand eingehalten werden soll und Menschenansammlungen vermieden werden sollen.

Traumpfade vereinzelt gesperrt

Die Rhein-Mosel-Eifel-Touristik weist daraufhin, dass einzelne Traumpfade geschlossen wurden. Die Wege sind teilweise so schmal, dass die zurzeit verordneten Kontaktregeln nicht eingehalten werden können. Außerdem sind Parkplätze rund um Traumpfade und Traumpfädchen gesperrt.

Dagegen sind die Wanderwege in Rheinhessen geöffnet. Das zuständige Touristikbüro bittet aber darum, Wege in der direkten Nachbarschaft zu nutzen und nicht zum Spazierengehen weiter wegzufahren.

Auch im Südwesten von Rheinland-Pfalz sind die Wanderwege laut Mosellandtouristik frei. Moselsteig, Moseltraumpfade und Radwege sollen offenbleiben. Die Touristikverbände und Kommunen weisen aber darauf hin, dass auch bei Wanderungen und Radtouren die vorgeschriebenen Kontaktregeln einzuhalten sind.

Gesperrte Wege auch wegen Sturmschäden

Im Naheland sind derzeit viele Wanderwege geschlossen. Allerdings nicht wegen Covid-19 Maßnahmen, sondern wegen Sturmschäden. Der einzige, der im Naheland zurzeit begehbar ist, ist die Traumschleife Mittelalterpfad. Auch in der Pfalz sind einige Wege wegen Sturmschäden nur beschränkt begehbar.

Kommunen mahnen Regeln einzuhalten

Tourismusverbände und Kommunen appellieren an alle Besucher und Bewohner sich an die geltenden Bestimmungen zu halten. Das heißt: Entweder nur mit Familie aus gemeinsamem Haushalt, oder zu zweit unterwegs sein. Die Kontaktregelungen sind in der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes geregelt:

Darüber hinaus treten viele Kommunen mit dem Wunsch an Besucher heran, das Allgemeinwohl im Blick zu halten. So bittet zum Beispiel die Ortsgemeinde Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis in einer Presserklärung darum, dass Gäste nur kurz an schönen Orten und Aussichtspunkten verweilen, um Ansammlungen zu vermeiden und das Infektionsrisiko zu senken.

 "Wir freuen uns über jeden der kommt, - keine Frage. Aber wir sollten uns jetzt alle an die Spielregeln halten, in dieser Zeit. Ich kann nicht, nur weil es hier so schön und so erholsam ist zu wandern, so tun, als ob mich das Ganze nichts angeht. Wir sitzen jetzt alle in einem Boot und sollten uns tunlichst an die Regeln halten."

Maximilian Mumm, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld

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