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Alle Jahre wieder liefern sich die Kfz-Versicherungen im November eine Werbeschlacht: Denn die meisten Verträge können immer noch zum Ende November gekündigt werden.

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Darauf sollten Sie beim Versicherungswechsel achten

Bei einem Versicherungswechsel können Verbraucher viel Geld sparen. Unter Umständen mehrere hundert Euro, wie die Stiftung Warentest vorrechnet. In der Beispielrechnung geht es um einen 40-jährigen Mann aus Berlin, der einen Golf, Baujahr 2017, fährt und für Kfz-Haftpflicht und Vollkasko-Versicherung beim günstigsten Anbieter 418 Euro jährlich zahlen würde, beim teuersten 1.334 Euro.

Stiftung Warentest bietet einen Versicherungsvergleich an, wo Kunden innerhalb von 13 Monaten zwei Fahrzeugversicherungen berechnen können. Anders als bei vielen Webportalen erhält die Stiftung Warentest keine Provisionen von Versicherern und hat deshalb auch alle Versicherungen im Vergleich mit dabei.

Nicht nur der Preis, auch die Konditionen der Versicherungen sind wichtig. So sollte eine Kfz-Versicherung eine ausreichende Deckung im Schadensfall bieten. Auch bei Kfz-Teil- oder Vollkaskoversicherungen gibt es erhebliche Leistungsunterschiede. Sie reichen vom Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit bis hin zu unterschiedlichen Regelungen im Fall von Wildschäden und Marderbissen, also im üblichen Kleingedruckten. Verbraucherschützer empfehlen, Unfälle mit allen Tieren zu versichern, nicht nur mit Haarwild.

Handy-App im Auto weist einen scoring-faktor aus, gemessen am Fahrverhalten des Autofahrers. (Foto: SWR)
Geld sparen kann man auch mit Telematiktarifen, die mithilfe einer App das Fahrverhalten analysieren. Anschließend kann die Versicherung dann ausrechnen, welchen Versicherungsrabatt man gewährt bekommt.

Regelmäßiges Überprüfen der Versicherung lohnt sich

Hat sich bei Ihnen beruflich oder familiär etwas geändert – neuer Job, neue Liebe, neues Heim? Sind vielleicht Ihre Kinder aus dem Haus und nutzen Ihr Auto nicht mehr mit, weil sie zum Studieren ans andere Ende Deutschlands gezogen sind? Auch in dem Fall können Sie richtig Geld sparen.

Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat das am Beispiel eines 46-jährigen Golf-Fahrers und seiner 22 Jahre alten Tochter durchgerechnet: Sein Jahresbeitrag hat sich von rund 1.132 Euro auf 543 Euro etwa halbiert, nachdem er den Nachwuchs aus seinem Vertrag nahm. Den größten Anteil der Ersparnis macht aus, dass nun kein junger Fahrer mehr regelmäßig hinterm Steuer sitzt. Zusätzlich senken auch die reduzierten Jahreskilometer den Preis.

Hat sich Ihr Fahrverhalten verändert, nutzen Sie Ihr Auto wirklich noch so viel wie früher? Tatsächlich beeinflussen die gefahrenen Kilometer massiv den Preis der Versicherung. Wenn es um die Fahrleistung geht, schätzen Sie ruhig defensiv. Kilometer nachmelden geht immer.

Bevor man eine Versicherung wechselt, sollte man sich breit informieren. (Foto: SWR)
Bevor man eine Versicherung wechselt, sollte man sich breit informieren.

So sparen Sie mit Homeoffice Geld

Wegen Corona haben viele Menschen im Homeoffice gearbeitet und sind deutlich weniger Kilometer gefahren. Viele Kfz-Versicherer erstatten ihren Kunden die zu viel gezahlten Beiträge, aber nur auf Anfrage. Kunden müssen also aktiv werden: Schauen Sie in ihren Versicherungsvertrag, wie hoch die jährlich vereinbarte Kilometerleistung ist. Wenn wesentlich weniger gefahren wurde, sollten Kunden das ihrer Versicherung umgehend schriftlich mitteilen. Die meisten bekommen die Beitragserstattung dann meist nicht ausgezahlt, sondern auf die nächste Beitragsrechnung oder die monatlichen Raten angerechnet, aber auch das kann sich lohnen.

Der Chefredakteur des Ratgeberportals Finanztip, Hermann-Josef Tenhagen, geht davon aus, dass man etwa 10 Prozent zurückbekommt, wenn man 5.000 Kilometer weniger gefahren ist. Je nach Höhe des Versicherungsvertrags können das zwischen 50 und 80 Euro sein. Auch für den Vertrag des nächsten Jahres kann man die Kilometerleistung niedriger ansetzen: Denn vermutlich wird auch im Winterhalbjahr wegen Corona viel im Homeoffice gearbeitet.

Tipp: Bei Finanztip ist aufgelistet, welche Versicherungsunternehmen sich bei der Rückerstattung kulant zeigen und welche nicht.

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