Der Kiebitz droht für immer zu verschwinden

Diese Vogelarten sind besonders bedroht

STAND

Wir alle kennen ihre Namen: Kiebitz, Feldlerche, Jagdfasan – alles einheimische Vogelarten, die aufgrund fehlender Lebensräume vielleicht bald für immer verschwunden sein werden. Zu früh gemähte Wiesen, Monokulturen oder der Einsatz von Pestiziden – all das schadet den bedrohten Vogelarten des Agrar- und Offenlandes.

Video herunterladen (22,9 MB | MP4)

Feldlerche (Foto: Getty Images, GettyImages-1086877016)
Die Feldlerche war ursprünglich einer der häufigsten Vögel überhaupt, mittlerweile gilt sie als gefährdet. Die Intensivierung der Landwirtschaft macht der Feldlerche zu schaffen: Monokulturen, Pestizide, zu frühe Mahd. Mit sogenannten "Lerchenfenstern" - der Landwirt spart beim Säen kleine Flächen aus - kann den Vögeln geholfen werden. Letzte Bestandsaufnahme in Rheinland-Pfalz vor ca. 15 Jahren: 70.000-120.000 besetzte Reviere. Gewaltiger Rückgang. GettyImages-1086877016 Bild in Detailansicht öffnen
Vermutlich seit der Römerzeit, sicher belegt jedoch seit dem Hochmittelalter (Hildegard von Bingen), ist der Jagdfasan hier heimisch. Um die Bestände für die Jagd hochzuhalten, wurde der Bodenbrüter bis ins 20. Jahrhundert hinein auch immer wieder ausgesetzt. Im Frühjahr, zur Paarungszeit, kann man die Hähne hören. Sie balzen um die unauffälligen braunen Hennen: "kohrk-kok". Zuletzt zwischen 7.000 und 14.000 besetzte Reviere in Rheinland-Pfalz. GettyImages-1396476773 Bild in Detailansicht öffnen
Die Grauammer, ein unauffälliger Vogel, der seinen klirrenden Gesang von sogenannten "Singwarten" - aus dem Gebüsch oder von höheren Halmen herab - vorträgt. Wie auch die Feldlerche oder der Jagdfasan brütet die Grauammer am Boden, benötigt aber abwechslungsreiche Vegetation, wie Büsche und Stauden. Letzte Bestandsaufnahme: 1.200-2.900 Reviere in Rheinland-Pfalz. Rückgang. 260652109 Bild in Detailansicht öffnen
Einst sehr häufig in Rheinland-Pfalz, ist der Kiebitz mittlerweile stark bedroht: Deutlich unter 100 Brutpaare gibt es noch im Land. Die Zahlen sind im freien Fall, das Aussterben der Art steht unmittelbar bevor. Ein Schutzprojekt des Landes soll das verhindern: Zäune, um die Tiere zu schützen und "Nestkörbe" - über brütende Weibchen gestülpt - halten Hunde und Füchse ab. Der Kiebitz brütet eigentlich auf feuchten Wiesen und Weiden, versucht es mittlerweile auch hier und da im Agrarland. GettyImages-511461040 Kopie Bild in Detailansicht öffnen
Ihr Gesang: eher unauffällig. Das Gefieder der Wiesenschafstelze aber lockt mit Farbe. Der gelbe Bauch und der grünliche Rücken weisen die Vögel aus. Ursprünglich im feuchten Grünland zu finden, wurde die Wiesenschafstelze im 20. Jahrhundert "Kulturfolger" und begann, mehr und mehr im Agrarland zu brüten. Die Wiesenschafstelze ist ein Zugvogel. Ihre Winterquartiere hat sie im tropischen Afrika. Letzte Bestandsaufnahme in Rheinland-Pfalz: 1.500-3.000 Reviere. 12210704 Bild in Detailansicht öffnen

Mehr zum Thema

Stunde der Gartenvögel Wie viele Vögel sind noch da?

Welcher Piepmatz sitzt denn da?  mehr...

Zum 30. Todestag von Olivier Messiaen am 27.04.2022 Die Stimme der Vögel - Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe

Für Olivier Messiaen sind die Vögel "die größten Musiker, die unseren Planeten bewohnen". Ihre endlosen Melodien, ihr variantenreicher Gesang und die unendliche Vielfalt an Rhythmen sind sein Lebenselixier. Zum 30. Todestages am 27. April 2022 schildert der Film das bewegte Leben des Komponisten und Ornithologen Messiaen anhand von musikalischen Beispielen und Erzählungen ausgesuchter Gesprächspartner.  mehr...

Die Stimme der Vögel - Olivier Messiaen, Komponist und Ornithologe SWR Fernsehen

Tauben - Orientierungskünstler der Lüfte

Forscher vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell wollen zeigen, dass Tauben grandiose Orientierungskünstler sind. Sie erforschen, wie genau die Tiere das machen.  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

Künstliche Inseln im Rhein für bedrohte Vögel

Text: Künstliche Insel im Rhein wurden eigens für Flussseeschwalben und Lachmöwen angelegt. Der Altrhein ihnen nicht mehr genug natürliche Kiesbänke zum Brüten.  mehr...

Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Überlingen

Mit dem Auto in den Süden - das seltsame Reise-Verhalten der Überlinger Waldrappe

Viele Vögel ziehen im Wintern in den Süden. Was aber, wenn sie sich einfach nicht auf den Weg machen und stur hier bei uns bleiben? So scheint es gerade bei den Waldrappen am Bodensee zu sein. Diese Vögel wurden dort mühsam wieder angesiedelt - und jetzt lassen sie sich tatsächlich mit dem Auto Richtung Süden kutschieren.  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

STAND
AUTOR/IN
SWR Fernsehen