Gut versichert bei Unwetterkatastrophen

Diese Schäden zahlt die Hausratversicherung

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Ob Starkregen, Hagel oder Sturm – Unwetterkatastrophen kommen in Rheinland-Pfalz immer wieder vor. Die Schäden an Haus, Hab und Gut können immens sein. Für Schäden am Haus kommt die Gebäudeversicherung auf, wenn eine Elementarschadensklausel dabei ist. Für Schäden am Inventar des Hauses ist die Hausratversicherung zuständig: Sie zahlt Schäden durch Diebstahl, Sturm oder Brand.

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Eigentlich sollte jeder eine Hausratversicherung haben, doch viele Rheinland-Pfälzer haben diese wichtige Police nicht abgeschlossen. Denn selbst nach einem Einbruch, übersteigt der Schaden oft die finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen, wenn man diverse Gegenstände ersetzen muss. Nach einem Brand oder Unwetter steht man unter Umständen sogar vor dem finanziellen Ruin.

So vermeiden Sie eine Unterversicherung

Die Versicherungssumme sollte nicht zu niedrig angesetzt sein. Denn übersteigt der Wert des Hausrates die Versicherungssumme, kann das Versicherungsunternehmen im Schadensfall die Leistungen kürzen.

Beispiel: Die Versicherungssumme beträgt 50.000 Euro. Tatsächlich ist der Hausrat aber rund 100.000 Euro wert. Also deckt die Versicherungssumme nur 50 Prozent ab. Entsteht nun ein Schaden über 20.000 Euro, wird er auch nur zu 50 Prozent ersetzt. Der Versicherte bekommt also nur 10.000 Euro.

Möbel kaputt (Foto: SWR)
Ist die Wohnung einmal durch ein Unwetter verwüstet, kann einen die Hausratversicherung vor einem möglichen finanziellen Ruin schützen.

Um diese sogenannte Unterversicherung zu vermeiden, bieten die meisten Versicherer die Möglichkeit, die Versicherungssumme pauschal mit 650 Euro pro Quadratmeter zu bemessen. Eine Leistungskürzung wegen Unterversicherung kann man so verhindern. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung wären das 52.000 € Versicherungssumme. Für den normalen Haushalt ist das ausreichend.

Das versichert eine Hausratversicherung

Die meisten Gesellschaften haben mehrere Tarife im Angebot. Basistarife bieten meist geringere Leistungen, sind dafür aber auch günstiger als ein Komfort-, Premium- oder Toptarif. Wichtig ist, dass man sich vor Vertragsabschluss gut über die verschiedenen Leistungen informiert.

Ob durch Sturm, Hagel, nach einem Brand oder bei Einbruchdiebstahl: Computer, Kleidung und Schmuck sind mit einer Hausratversicherung grundsätzlich abgedeckt. Je nach Tarif sind noch weitere Extraleistungen wie Überspannungsschäden nach einem Blitzeinschlag oder Wertgegenstände nur bis zu einer geringen Summe abgedeckt.

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Was viele nicht wissen: oft deckt die Hausratversicherung Schäden ab, die nicht innerhalb der eigenen Wohnung oder Haus entstehen. Je nach Vertragsumfang ist auch eine sogenannte Außenversicherung eingeschlossen. Das ist sinnvoll, wenn man zum Beispiel regelmäßig Reisen unternimmt. Denn im Hotel oder Ferienwohnung greift die Versicherung bei Diebstahl zum Beispiel auch im Ausland – weltweit und bis zu einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten.

Traktor mit Möbeln (Foto: SWR)
Wer bereits vor vielen Jahren eine Hausratversicherung abgeschlossen hat, sollte überprüfen, ob die damals vereinbarte Versicherungssumme noch ausreichend ist.

Grobe Fahrlässigkeit ist nicht immer versichert

Ein weiterer Punkt, den eine Hausratversicherung abdecken sollte, sind Schäden, die durch grob fahrlässiges Verhalten verursacht wurden. Wer zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine anstellt, für längere Zeit die Wohnung verlässt und dann ein Schaden entsteht, weil die Wasch- oder Spülmaschine ausläuft, handelt grob fahrlässig. Das Versicherungsunternehmen muss für den Schaden gar nicht oder nur zu einem Teil aufkommen. Daher sollte im Kleingedruckten stehen, dass die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit die Schäden übernimmt.

Hohe Prämienunterschiede bei Versicherungen

Die Prämien für eine Hausratversicherung unterscheiden sich deutlich. Das ist von vielen Faktoren abhängig. Neben der Wohnfläche und der Versicherungssumme, ist auch die Region entscheidend. Denn die Versicherer haben, je nach Schadenshäufigkeit, das Bundesgebiet in verschiedene Risikozonen eingeteilt. Grundsätzlich ist es auf dem Land günstiger, als in der Stadt. Besonders teure Regionen in Rheinland-Pfalz sind zum Beispiel Mainz und Koblenz. Günstiger hingegen ist es in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Südwestpfalz.

Ein Vergleich der Prämien ist in jedem Fall sinnvoll. Selbst bei gleichen Leistungen, gibt es zwischen den Versicherern erhebliche Unterschiede. Wer nicht aufpasst, zahlt schnell doppelt oder dreimal so viel, wie bei dem günstigsten Anbieter.

Fazit

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SWR Fernsehen