Eine Frau putzt sich die Nase, liegt krank im Bett (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Plötzlich liegt man flach

Grippewelle im Anmarsch

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Etwa alle zwei Jahre rechnen Experten mit einer echten Grippewelle und dieses Jahr ist es wohl wieder so weit. Im Moment schnellen jedenfalls die Erkrankungszahlen in die Höhe. Doch nicht jeder Infekt mit Husten, Halsschmerzen und Schnupfen ist auch eine Influenza.

Was ist eine echte Grippe?

Der schlagartige Beginn zeichnet eine echte Grippe aus. Von einem Moment auf den anderen werden wir plötzlich krank. Zu Fieber, Schüttelfrost kommen noch Kopf- und Gliederschmerzen hinzu.

Über die Schleimhaut gelangt das Virus in den Körper, schließt sich in die Zellen ein und vermehrt sich schnell. Hat's einen erwischt, dauert die klassische Influenza zwischen zwei und drei Wochen.

Wann ist der Höhepunkt der Grippewelle?

Auf der Hut sein vor der Grippewelle sollte man zwischen Dezember und Februar, da erreicht sie ihren Höhepunkt.

Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes in Koblenz waren im Januar 752 Personen an einer Influenza erkrankt. Dazu im Vergleich: 2016 waren es in Rheinland-Pfalz nur 133 Personen.

Wie kann man sich schützen?

Sport und eine ausgewogene Ernährung stärken das Immunsystem und schützen schon im Vorfeld vor Grippeviren.

Einige Hygienemaßnahmen kann man selbst ergreifen, um sich vor einer Infektion zu schützen. Dazu zählt vor allem regelmäßiges Händewaschen – auch zwischen den Fingern. Außerdem gilt es vor allem beim Niesen zu anderen Personen Abstand zu halten. Am besten niest oder hustet man dann noch in die Armbeuge und nicht in die Hand – so werden die Viren nicht weiter verteilt.

Auch regelmäßiges Lüften hilft dabei, die Anzahl der Viren im Raum zu verringern. Außerdem sorgt der Sauerstoff für einen klaren Kopf.

Und ganz wichtig: Die Grippe ist sehr ansteckend. Wer sich selbst und seinen Arbeitskollegen nicht gefährden möchte, sollte sich nicht trotz Krankheit an den Arbeitsplatz schleppen.

Für diejenigen, die an einer fiebrigen Erkrankung oder akuten Infektion leiden, kommt eine Impfung zu spät. Die sollte dann aber zum frühesten möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

Schwangere können sich leichter mit bestimmten Erregern anstecken und haben ein höheres Risiko, dass eine Krankheit schwerer verläuft. 

Bei der Impfung von Schwangeren spielt außerdem die Überlegung eine Rolle, das ungeborene Kind, das selbst noch nicht geimpft werden kann, vor einer Ansteckung durch die Mutter zu schützen.

Außerdem können Ungeborene von der Impfung durch die Mutter dadurch profitieren, dass über die Plazenta Antikörper von der Mutter an das Kind weitergegeben werden. Diese geben dem Kind einen gewissen Schutz nach der Geburt.

Bei empfindlichen Personen kann es nach der Impfung bis zu drei Tagen zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle kommen.

Als Impfreaktion können Allgemeinsymptome wie Fieber, Frösteln, Unwohlsein, Schwitzen und Gliederschmerzen auftreten, sie klingen jedoch folgenlos wieder ab. Die Impfung schützt allerdings nicht gegen einen "grippalen Infekt".

Wie funktioniert eine Impfung?

Bei den Influenzaimpfstoffen handelt es sich um sogenannte Totimpfstoffe. Das heißt, dass normalerweise durch die Impfung selbst weder die Krankheit hervorgerufen, noch Impfviren weitergegeben werden können.

Impfung (Foto: SWR, SWR -)
Nach einem Pieks ist es vorbei. SWR -

Es kommt allerdings auch vor, dass es bei geimpften Personen zu Infektionen kommt, auch wenn diese "still" verlaufen. Dann bestünde eine geringe Möglichkeit der Übertragung von Grippeviren. Es kann auch bei geimpften zur Grippeerkrankung kommen, insbesondere dann, wenn die Impfung zwischen der Infektion und den ersten Symptomen erfolgt. Der Verlauf der Grippe ist dann insgesamt milder.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeimpfung nur für chronisch Kranke und ältere Menschen ab 60. Für Privat-Versicherte gelten ähnliche Kostenübernahmen. Alle anderen müssen die Kosten zwischen 20 und 35 Euro selbst übernehmen.

Fazit

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