Zollkontrolle am Frankfurter Flughafen (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)

Teure Souvenirs

Wenn der Zoll den Urlaubsspaß verdirbt

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Sommerzeit, Urlaubszeit. Egal wo wir Urlaub machen, das Geld sitzt meist lockerer als im Alltag. Kleidung, Schmuck, Zigaretten - das alles kann, vor allem außerhalb der EU, viel günstiger sein als daheim.

Doch Vorsicht, das günstige Urlaubssouvenir kann sich schnell als Kostenfalle entpuppen, wenn man gegen die Zollbestimmungen verstößt. Was viele auch nicht wissen, zahlreiche Tier- und Pflanzen-Arten sowie Produkte daraus unterliegen strengen Aus- und Einfuhrbestimmungen.

Wir verraten, worauf sie unbedingt achten müssen, damit das vermeintliche Urlaubsschnäppchen nicht zum teuren Ärgernis wird.

Was ist erlaubt?
Wer innerhalb der Europäischen Union seinen Urlaub verbringt, muss sich kaum Gedanken machen. Grundsätzlich können Waren abgabenfrei mitgebracht werden. Höchstgrenzen gibt es allerdings bei Genussmitteln. Maximal 800 Zigaretten und 10 Liter Spirituosen dürfen aus einem EU-Mitgliedsstaat zollfrei eingeführt werden.

Wie ist es außerhalb der EU?
Wer in der Türkei oder auf den Kanaren beispielsweise seinen Urlaub verbringt oder eine Fernreise macht, muss aufpassen. Jeder Erwachsene darf höchstens Waren bis zu einem Wert von 430 Euro problemlos einkaufen. Wer zum Beispiel Schmuck oder Teppiche mitbringt, die teurer als 430 Euro sind, darf die grüne Tür nicht benutzen. Reisende müssen die Waren dem Zoll melden und Steuern zahlen.
Beispiel: Wer Produkte im Wert von 500 Euro mitbringt, muss 87,50 Euro Steuern nachzahlen. Unterm Strich wird das Schnäppchen also deutlich teurer als gedacht.

Thomas Malter, Hauptzollamt Koblenz:
"Wenn sie als Ehepaar unterwegs sind zum Beispiel, sollten sie nicht den Fehler machen zu denken, sie kaufen sich eine Uhr die deutlich teurer ist als 430 Euro und das sie die Freimengen einfach zusammenrechnen können. Wenn es eine sogenannte unteilbare Ware ist, wie eben die Uhr, dann gilt diese Freimenge nur einmal."

Eine beliebte Ausrede bei Kleidungsstücken oder Schmuck ist, man habe die Ware bereits mit in den Urlaub gebracht.

Thomas Malter, Hauptzollamt Koblenz:
"Wer uns austricksen will, da kommt unsere Erfahrung ins Spiel und da können wir schon auch bei höher preisigen Dingen erkennen, anhand von Gebrauchsspuren oder anderer Indikatoren, ob das stimmt, was der Reisenden uns sagt oder ob er eben doch versucht, uns hinters Licht zu führen."

Ärger bekommen auch Urlauber die aus Nicht-EU-Staaten zu viele günstige Zigaretten oder andere Genussmittel mitbringen. Mehr als eine Stange pro Person darf es nicht sein, sonst wird das vermeintliche Schnäppchen teuer. Die Stange zu viel kostet satte 76 Euro.

Welche Mitbringsel sind verboten?
Nicht alles, was in anderen Ländern verkauft wird, darf auch hierzulande mitgebracht werden. Ob Kakteen oder Leder-Handtaschen: Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie Produkte daraus unterliegen strengen Aus- und Einfuhrbestimmungen. Doch viele Reisende machen sich kaum Gedanken darüber. Auch Urlauber am Flughafen Hahn haben immer wieder Verbotenes im Gepäck.

Thomas Malter, Hauptzollamt Koblenz:
"Wie zum Beispiel Korallen und Muscheln oder Kobras, die in Flaschen eingelegt wurden. Bis zu 5000 Tierarten sind geschützt und etwa 28.000 Pflanzenarten. Das wissen die meisten nicht und haben dann ein Problem beim Zoll. Ihnen droht ein Bußgeldverfahren, es kann aber auch bis zu einer Geldstrafe führen und vor allen Dingen haben sie jede Menge Ärger am Hals, den man doch vermeiden möchte."


Tipp des Zollbeamten: im Zweifelsfall lieber keine Souvenirs kaufen, wenn Tiere, Pflanzen oder Teile davon zur Herstellung verwendet sein könnten.

Wann sollten Urlauber besonders aufpassen?
Immer wieder versuchen Kriminelle in Urlaubsregionen ihre "heiße Ware" ahnungslosen Touristen unterzuschieben. Unbemerkt landen so Drogen oder verbotene Waren im Gepäck.

Thomas Malter, Hauptzollamt Koblenz:
"Das kann natürlich schon passieren, dass einem etwas zugesteckt wird, was man nicht mitbekommt. Es kann genauso gut sein, dass man im Hotel angesprochen wird und jemand sagt: Können Sie das für einen Bekannten mit nach Deutschland nehmen, da sollte man schon vorsichtig sein."

Fazit
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Also, vor der Reise gut informieren, zum Beispiel auf der Internetseite der Zollbehörde oder, ganz neu, mit der Zoll-App fürs Smartphone. Wer vor Ort die Tipps auch beherzigt, für den bleibt der Urlaub die schönste Zeit des Jahres.

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SWR Fernsehen