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Der Sommer hat uns fest im Griff - endlich. Die heißen Tage bergen aber auch Risiken. Wer nicht aufpasst, hat schnell verdorbene Lebensmittel zu Hause. Bei 35 Grad verdoppeln sich Salmonellen und andere Bakterien alle 20 Minuten. In wenigen Stunden können so mehrere Millionen Krankheitserreger entstehen. Worauf müssen Verbraucher im Sommer achten, damit Lebensmittel nicht zu einer Keimschleuder werden.

Der richtige Umgang mit leicht verderblichen Speisen und Produkten, die gekühlt werden müssen, fängt bereits beim Einkauf an. Selbst in Supermärkten läuft manchmal einiges schief. Das hatte eine Überprüfung der Verbraucherzentralen vor einigen Jahren gezeigt. Denn bei falscher Lagerung, können die Waren schnell verderben.

Was ist bei Kühlung und Lagerung zu beachten?

Bei Tiefkühlware besonders wichtig: die Temperatur. Mindestens minus 18 Grad Celsius müssen es in der Truhe sein, so schreibt es die Tiefkühlverordnung vor. Kunden können das leicht überprüfen, da in den Truhen Thermometer angebracht sind. Schwankungen sind zwar möglich, aber bei minus 15 Grad oder wärmer sollten Kunden das Personal informieren.

Ebenfalls wichtig: die maximale Füllhöhe. Lebensmittel sollten nicht über der Markierung, die gut sichtbar in der Kühltruhe angebracht ist, gestapelt sein. Sonst ist ebenfalls keine ausreichende Kühlung gewährleistet.

Supermarkt (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Nicht immer selbstverständlich - die perfekte Kühlung im Supermarkt Foto: Colourbox.de -

Auch Produkte im Kühlregal sollten mit einer ausreichend niedrigen Temperatur gelagert werden. Das müssen die Händler kontrollieren - 2,5 Grad sind ideal, aber nicht vorgeschrieben. Lebensmittel von der Frischtheke müssen erst recht sensibel behandelt werden. Wie etwa Hackfleisch. Selbst wenn Hackfleisch normalerweise nicht lange in der Auslage liegen darf, raten Verbraucherschützer dazu, es sich am besten an der Theke frisch zubereiten zu lassen.

Wie transportiert man Lebensmittel aus dem Kühlregal?

Thermometer (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Sommerhintze als Gefahr für die Lebensmittel Thinkstock -

Damit nach dem Einkauf die Kühlkette nicht unterbrochen wird, sollte Tiefkühlware oder leicht verderbliches immer am Ende in den Einkaufswagen gelegt werden. Raus aus dem Markt und selbst tiefgefrorenes rein ins heiße Auto. So machen es die meisten. Kühltasche- oder Box: Fehlanzeige. Dabei ist der gut gekühlt Transport wichtig. Denn im Sommer heizt sich der Kofferraum schnell auf über 50 Grad auf. Wie ist es richtig?

Plastiktüten und Kühltaschen gibt es in jedem Supermarkt für etwa einen Euro zu kaufen, oder hilft nur eine Box mit Kühlakkus? Wie frisch halten sie die Waren?

Wir packen Joghurt, Hackfleisch, tiefgefrorenen Fisch jeweils in Tüte, Tasche und Box. Nach 20 Minuten in der Hitze messen wir nach. Wie warm sind die Produkte geworden. Zunächst die aus der Plastiktüte. Der Joghurt: satte 15 Grad.

Dramatisch hingegen die Temperatur beim empfindlichen Hackfleisch. Fast 13 Grad. Das aufgedruckte Verzehrdatum stimmt nach diesem Temperaturalarm nicht mehr. Das Hackfleisch müsse man sofort durchbraten oder gleich wegschmeißen, empfiehlt uns eine Ernährungsexpertin.

Kaum besser: die Kühltasche. Sie hält die Produkte nur zwei, drei Grad kühler. Die schwache Isolierung zeigt sich auch beim tiefgefrorenen Fisch: Er ist bereits plus 4 Grad warm.

Und die Box? Der Joghurt mit sieben Grad schön kühl; der Fisch ist nach 20 Minuten noch gefroren (minus sechs Grad) und auch das Hackfleisch (4,5 Grad) kommt in der Kühlbox ohne Qualitätsverlust nach Hause.

Wie werden Lebensmittel im Kühlschrank am besten gelagert?

In den eigenen vier Wänden ist die richtige Lagerung im Kühlschrank wichtig. Die unterschiedlichen Kühl- und Temperaturzonen gilt es richtig auszunutzen. Die Kälte nimmt nach unten hin zu - man sollte nach dem Einkauf also nicht einfach dort einräumen, wo gerade Platz ist. Die tiefsten Temperaturen werden über der Glasplatte des Gemüsefachs erreicht. Dieser Platz ist bestens für leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch geeignet.

In dem Fach darüber können Milchprodukte aufbewahrt werden. Noch weiter oben lässt sich Käse und Schinken lagern. In der Tür werden Butter und Eier gelagert, oder auch Soßen und Getränke. Das Gemüse und Obst kommt - wie der Name schon sagt - am besten in das Gemüsefach. Hier werden die Lebensmittel effektiv vor dem Austrocknen geschützt.

Exotische Früchte, wie Ananas, Mango oder Bananen gehören gar nicht in den Kühlschrank. Auch für Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch ist die Kälte nichts. Brot wird im Kühlschrank schnell altbacken.

Fazit

An heißen Tagen ist die gute Kühlung und Lagerung das A und O - besonders von leicht verderblichen Produkten. So haben Keime keine Chance.

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