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Besonders beliebt zum Baden, aber auch besonders gefährlich sind Naturgewässer. Eine Tragödie ist es, wenn der Badespaß tödlich endet. Im vergangenen Jahr sind 19 Rheinland-Pfälzer beim Schwimmen ertrunken, und auch in diesem Jahr gibt es bereits Todesfälle zu beklagen.

Wir besuchen mit dem DLRG-Experten Andreas Lerg das Rhein-Strandbad in Oppenheim und einen Baggersee in Rheinhessen. 17 Menschen sind im vergangenen Jahr in rheinland-pfälzischen Flüssen, Bächen und Seen ertrunken. Trotzdem: der Reiz, in der freien Natur zu baden, ist ungebrochen. Gut zu wissen, welche Gefahren in einem fließenden Gewässer, aber auch in einem Natursee drohen.

Warum sind fließende Gewässer besonders gefährlich?

Baden in Fließgewässern ist äußerst gefährlich, vor allem in großen Flüssen wie dem Rhein. Ausnahmen sind besonders geschützte Strandbäder, wie zum Beispiel in Oppenheim. Baden ist hier erlaubt – aber nur in der Nähe des Ufers. Weiter hinaus als bis zu den grünen Bojen sollte niemand schwimmen. Zum einen könnte er unter ein Schiff geraten. Doch viel gefährlicher, weil oft unterschätzt, ist die Strömung des Flusses.

Welche Gefahren sind an Badeseen zu beachten?

Andere Gefahren lauern an Natur- und Baggerseen. Oft lässt sich die Tiefe des Gewässers nicht abschätzen.

Wenige Zentimeter unter der warmen Wasseroberfläche können sich Kälteinseln verbergen. Gerät ein Schwimmer in einen solchen kalten Bereich, kann es zu Unterkühlung und Krämpfen kommen.

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Tipps zum sicheren Baden der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG)

  • Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen und die Warnhinweise beachten.
  • Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben.
  • Nie alleine oder unbeaufsichtigt schwimmen.
  • Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen; nicht übermütig werden.
  • Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Erkundigen Sie sich vor dem Bad bei einheimischen Fachleuten über besondere Gefahren und die örtlichen Notrufmöglichkeiten.
  • Auch nach vielen warmen Tagen ist oft nur die Wasseroberfläche angenehm warm. Tiefe Gewässer wie Baggerseen sind darunter immer noch kalt. Das kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen und lebensgefährlich werden.
  • Nie in unbekannte Gewässer springen. Nur an ausgewiesenen Sprungbereichen ins Wasser springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein
Naturgewässer 2 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
picture-alliance / dpa -
  • Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden.
  • Besondere Vorsicht ist in offenen Gewässern, im Meer und Flüssen geboten.
  • Das Bad in Flüssen ist besonders gefährlich. Strömungen, Brückenpfeiler, Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse, und Fahrrinnen mit Freizeit- und Berufsschifffahrt bilden unkalkulierbare Risiken
Naturgewässer 3 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
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  • Trinken Sie vor dem Baden keinen Alkohol und vermeiden Sie ein Bad unmittelbar nach dem Essen.

Wie können Kinder geschützt werden?

Wasser zieht Kinder magisch an. Aber gerade die sind am wenigstens in der Lage, die Gefahren abzuschätzen. Da sind die Erwachsenen in der Pflicht.

Mit zwei Schritten sollten Aussichtspersonen beim Kind sein, um helfen zu können. Kleine Kinder sind zum Beispiel ganz schnell in einer Strömung unterwegs. Wenn Aufsichtspersonen dann zu weit weg sind, wird es ganz gefährlich. Auf Schwimmflügel oder ähnliches sollten Eltern niemals vertrauen!

Fazit

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