Ein Mädchen hält sich beim Sehtest ein Auge zu (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Müde Pupillen wieder munter machen

Mit Augenfitness gegen Kurzsichtigkeit

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Bildung macht kurzsichtig. Je mehr Zeit man in Kindheit und Jugend mit Lesen und auf-den-Bildschirm-Starren verbracht hat, desto schlechter werden die Augen. Forscher der Universitätsmedizin Mainz haben es herausgefunden: Kurzsichtigkeit und Altersweitsicht haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Kann man dem mit Augenfitness entgegenwirken? Und was ist das überhaupt?

Menschen, die ständig am PC arbeiten oder auch Brillenträger neigen sehr stark zum Tunnelblick. Mit den richtigen Übungen versucht man, Sehzellen wieder anzusprechen und wieder einen Panoramablick zu entwickeln.

Was ist Augenfitness?

Schaubild Auge (Foto: SWR, SWR -)
Ständiges Starren auf eine Stelle verlangt den Augenmuskeln einiges ab. SWR -

Die äußere Augenmuskulatur besteht aus sechs Augenmuskeln. Jeder Muskel ist so dick wie ein kleiner Finger. Verspannt einer davon, zieht er sich zusammen. Das hat Auswirkung auf den Gegenspieler, der "leiert" richtiggehend aus. Wie alle Muskeln können auch diese gedehnt und trainiert werden. Auch das Scharfsehen kann man üben.

Vor allem die strahlenden Bildschirme mit ihrem hohen Blau-Anteil ermüden die Augen auf Dauer. Auch das Starren auf die immer gleiche Distanz trägt dazu bei. Beim normalen Sehen wird ständig zwischen Nah-Sehen, Fern-Sehen und allen Abstufungen gewechselt. Wer viele Stunden am Computer arbeitet, hat diesen Effekt nicht mehr.

Abstandsmessung Auge (Foto: SWR, SWR -)
Die Augenmuskeln lassen sich trainieren. Vor allem wenn es darum geht, Dinge auf verschiedene Distanzen zu fokussieren. SWR -

Gezielte Übungen helfen, diesen Muskel zu trainieren: Wie etwa das Fokussieren auf verschiedene Distanzen. Für das Verstellen der Linse dabei zuständig ist der Ziliarmuskel, ein ringförmiger Muskel, an dem die Augenlinse aufgehängt ist. Er verformt sie aktiv. Das passiert, wenn wir zwischen Nah- und Fern-Sehen abwechseln.

Welche Übungen gibt es?

Mit einer rot-grün-Brille wird die Beid-Äugigkeit getestet und trainiert. Beide Augen sollten gleich gut sehen. Auch die Fähigkeit, Farben beidseitig räumlich wahrzunehmen, kann geübt werden. Martina Buchheit – Visualtrainerin aus Ludwigshafen:

Rot Grün Brillen (Foto: SWR, SWR -)
Was sich hinter den rot-grünen Punkten verbirgt, lässt sich mithilfe der rot-grün-Brille erkennen. SWR -

"Unsere Aufgabe ist es, den Leuten ein gesundes Sehverhalten beizubringen, ihnen zu zeigen: Wie gehen sie richtig mit ihren Augen um? Wie entspannen sie ihr Sehsystem zwischendurch, damit überhaupt gar keine Seh-Stress-Symptome mehr aufkommen, denn Seh-Stress-Symptome, wenn ich die permanent habe, bedeutet das immer einen Weg in die Fehlsichtigkeit hinein."

Wichtig ist auch das Entspannen der gereizten Augen. Dann hilft, die Hände aneinander zu reiben und locker auf die Augen zu legen. Die Dunkelheit wirkt entspannend, aber auch die Wärme der Hände.

Wann hilft Augenfitness?

Da heute Bildschirmarbeitsplätze die Regel sind und man immer sehr nah fokussieren muss, bedeutet das letztendlich permanente Augenanspannung. Was Not tut, ist ein gesunder Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, so dass das Auge nicht leidet und die Sehkraft nicht nachlässt.

Brillen kann man durch Augenfitness-Übungen nicht abschaffen, aber das Augentraining funktioniert. Die Anspannung lässt nach, man kann gegebenenfalls länger ohne Brille sehen, hat keine tränenden Augen mehr - und auch Kopfschmerzen können so gelindert werden.

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