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Es ist schon herrlich, wenn der Duft von Weihnachtsgewürzen durch das Haus zieht. Häufig werden diese extra für die Plätzchenbackzeit eingekauft und die Reste für die nächste Adventszeit aufbewahrt. Aber Vanille, Kardamom und Co. können noch so viel mehr. Weihnachtliche Gewürze sind auch in der Lage zu heilen: Sternanis und Kardamom zum Beispiel helfen der Verdauung und Nelken bei Zahnfleischentzündung.

Woher kommt die Bezeichnung Weihnachtsgewürze?

Vor vielen hundert Jahren waren Gewürze so ziemlich das Teuerste, was man kaufen konnte, und wurden nur zu besonderen Festtagen auf den Tisch gebracht. Sie waren echte Kostbarkeiten, für die Abenteurer neue Seewege und Handelsrouten in fernen Ländern suchten. Muskatnüsse wurden in Gold aufgewogen, was Gewürzhändler zu schwerreichen Männern machte.

Pflanzen wie der Gewürznelkenbaum und der Muskatbaum sind sehr empfindlich und fallen in Zeiten der Klimaveränderung oft Stürmen zum Opfer, die komplette Ernten vernichten können. Vanilleblüten müssen von Hand bestäubt werden. Nach der Ernte müssen die Schoten wochenlang in der Sonne liegen, damit sie ihr Aroma entwickeln.

Woran erkennt man gute Qualität?

Am besten der eigenen Nase vertrauen. Gewürze können nicht schlecht werden. Sie verlieren nur mit der Zeit ihr Aroma. Eine gute Vanilleschote erkennt man daran, dass sie noch weich und glänzend ist. Man muss einen Knoten daraus machen können. Und sie muss natürlich gut riechen.

Und das lässt sich bei abgepackter Ware im Supermarkt schlecht prüfen, aber auf dem Markt oder im Gewürzladen sehr gut. Am besten kauft man Gewürze im Ganzen und nicht gemahlen.

Wozu kann man Weihnachtsgewürze noch verwenden?

Schon mal daran gedacht, was Deftiges zu veredeln? Sternekoch Florian Kurz aus Neuwied schwört auf Vanille zu Meeresfrüchten und Sternanis in Kombination mit Kürbiskügelchen."Wir würzen Jakobsmuschel, Langustine, Kürbis mit Sternanis und Vanille. Die Vanille unterstützt schön die Aromen von der Langustine und der Sternanis unterstützt schön die Aromen des Kürbis", sagt Kurz.

Wen oder was unterstützt Glühweingewürz? Kurz schwört auf Wild. Zum Beispiel einen saftigen Rehrücken, eben mit Glühweingewürz, Roter Beete und Spitzkohlmus.

Gewürze, die bei uns Weihnachtsgewürze sind, werden in den Ursprungsländern ganzjährig verarbeitet. Sternanis ist so ein Kandidat. Der hebt den Eigengeschmack von Tomaten. Etwas Sternanis dazu - und das Aroma explodiert.

Wie werden Gewürze optimal gelagert?

Im Idealfall dunkel, kühl und trocken. Zwei Beispiele, was Haltbarkeit von Gewürzen angeht: Da ist zum einen die Muskatnuss. Die kann einfach in der Schublade gelagert werden, mehrere Jahre lang, trocken und dunkel, kein Problem. Weil die getrocknete Nuss selbst wie ein Aromaschutztresor funktioniert. Wenn sie frisch gerieben wird, dann kommt das Aroma zur Geltung.

Genau das Gegenteil ist die Vanilleschote. Vanille ist sehr, sehr empfindlich, nimmt viele Fremdgerüche auf und gibt sehr schnell das eigene Aroma ab. Das heißt: Vanille immer mehrfach luftdicht eingepackt und dunkel isoliert lagern, weil sich ihre Aromen ansonsten mit anderen Düften vermischen.

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